Hessisches Hitzewarnsystem

Hitzewarnstufe 2 des Hessischen Warnsystems erreicht

Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts werden am Freitag, den 18. Juni 2021, in Hessen gefühlte Temperaturen von über 38 Grad Celsius erwartet. Sozialminister Kai Klose appelliert: „Verhalten der Hitze anpassen und besonders an Menschen in Betreuungssituationen denken.“

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Eine Frau trinkt aus einer Wasserflasche an einem heißen Sommertag.
© kieferpix – stock.adobe.com

Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts werden am heutigen Freitag in Hessen gefühlte Temperaturen von über 38 Grad Celsius erwartet. Damit wird Hitzewarnstufe 2 des Hessischen Warnsystems erreicht und vor extremer Hitzebelastung gewarnt. Zusätzlich werden in Hessen am Samstag, dem 19. Juni 2021, am vierten Tag in Folge gefühlte Temperaturen über 32 Grad erwartet. Auch am Sonntag soll es voraussichtlich weiter sehr heiß bleiben.

Verhaltensempfehlungen bei Hitze

Vor allem Kinder, gesundheitlich geschwächte und ältere Menschen sind in praller Sonne und bei großer Hitze gefährdet. Sozial- und Integrationsminister Kai Klose appelliert daher an die Bürgerinnen und Bürger, ihr Verhalten an diese Situation anzupassen: „Halten Sie sich möglichst in kühlen Räumen auf, vermeiden Sie körperliche Aktivitäten, und öffnen Sie die Fenster insbesondere nachts und am frühen Morgen, um zu Lüften.“ Das Verdunkeln der Wohnung durch Rollläden und Außenmarkisen verhindert direkte Sonneneinstrahlung, die die Wohnräume erwärmt. Eine kühle Dusche oder ein kühles Bad können zusätzliche Abkühlung verschaffen. Zudem können kalte Packungen oder Wickel, feuchte Handtücher, Fußbäder und ähnliches zur Kühlung genutzt werden.

Darüber hinaus sollte vor allem leichte Kost verzehrt und viel getrunken werden. Alkoholische, koffeinhaltige oder stark gezuckerte Getränke sind zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs weniger gut geeignet. Zudem sollte auf einen Ausgleich des Salzverlusts durch Schwitzen geachtet werden.

Das Hessische Hitzewarnsystem

Das Hessische Hitzewarnsystem besteht aus zwei Warnstufen. Stufe 1 warnt vor einer starken Wärmebelastung und wird bei einer gefühlten Temperatur von über 32 Grad erreicht. Eine extreme Wärmebelastung (Warnstufe 2) liegt vor, wenn die gefühlte Temperatur 38 Grad übersteigt oder Warnstufe 1 an vier aufeinander folgenden Tagen andauert. Seit 2017 werden ältere und pflegebedürftige Menschen vom Deutschen Wetterdienst ergänzend und gezielt angesprochen, wenn die gefühlte Temperatur 36 Grad übersteigt. Für diese Menschen stellt die Hitze bereits oberhalb dieses Schwellenwerts eine extreme Belastung dar. Der Deutsche Wetterdienst weist auch darauf hin, dass in Stadtgebieten aufgrund verringerter nächtlicher Abkühlung eine zusätzliche Wärmebelastung auftreten kann.

Besonderes auf ältere, pflegebedürftige Menschen achten

Minister Klose teilt mit, dass die Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen über die hessischen Pflegeaufsichtsbehörden dazu aufgerufen wurden, verstärkt für den Schutz der ihnen anvertrauten Menschen zu sorgen. „Wichtig ist, dass gerade ältere, pflegebedürftige Menschen ausreichend trinken.“ In Hessen lebt allerdings nur jeder vierte pflegebedürftige Mensch in einem Heim. Klose bittet daher auch Pflegedienste und pflegende Angehörige, bei der häuslichen Pflege auf die anhaltend hohen Temperaturen zu reagieren. Zur Unterstützung dieser Pflegebedürftigen, aber auch grundsätzlich zur Aufmerksamkeit gegenüber den besonders gefährdeten älteren Menschen mit Herzkreislauf- oder Atemwegserkrankungen seien Angehörige, Nachbarn sowie die betreuenden Ärzte aufgerufen.

Handlungsempfehlungen und Tipps

Die hessische Pflege- und Betreuungsaufsicht im Regierungspräsidium Gießen hat für Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und Pflegedienste Handlungsempfehlungen für außergewöhnliche Hitzeperioden erarbeitet. Diese Empfehlungen sind auf der Homepage des Regierungspräsidiums Gießen eingestellt.

Auf der Homepage des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration stehen zudem weitere Tipps zum Verhalten bei extremer Hitze und zu Sonnenschutz-Maßnahmen.

Darüber hinaus können Interessierte auch direkt den Newsletter beim Deutschen Wetterdienst unter untenstehender Adresse bestellen. Sie erhalten dann zusätzlich eine Hitzevorinformation, die Sie über den zweitägigen Warnzeitraum hinaus über eine mögliche Hitzeentwicklung innerhalb der fünf Folgetage informiert.

Hintergrund

Durch das Hessische Hitzewarnsystem ist sichergestellt, dass insbesondere Alten- und Pflegeheime, Heime für Menschen mit Behinderungen sowie Krankenhäuser tagesaktuell vom Deutschen Wetterdienst über gegenwärtige und bevorstehende Wärmebelastungen informiert werden. Notwendige medizinische, pflegerische oder technische Maßnahmen können somit unmittelbar eingeleitet werden.

Gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst und der Gesundheitsabteilung im Hessischen Sozialministerium wurde 2004 in Hessen erstmals ein Hitze-Warnsystem eingeführt, um ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen in Einrichtungen vor Schäden durch Hitzeeinwirkung zu schützen. Bei Hitzewarnungen sind in den Einrichtungen entsprechende Maßnahmen durchzuführen, die von der Pflege- und Betreuungsaufsicht begleitet und kontrolliert werden.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecherin: 
Alice Engel
Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
+49 611 3219 3408
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