Hessen sagt Danke

Hessischer Kulturpreis für Frankfurter Architekten

19.07.2019Hessische Staatskanzlei

Für ihre herausragenden Leistungen im Bereich der Architektur werden die Frankfurter Architekten Prof. Andrea Wandel und Prof. Wolfgang Lorch mit dem Hessischen Kulturpreis 2019 geehrt. Die Auszeichnung ist mit 45.000 Euro der höchstdotierte Kulturpreis der Bundesrepublik Deutschland. Er wird von Ministerpräsident Volker Bouffier am 20. September in Frankfurt verliehen.

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Bauplanung
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„Andrea Wandel und Wolfgang Lorch sind zwei preisgekrönte Architekten mit internationalem Renommee. Durch ihre Spezialisierung auf Sakralbauten und Gedenkstätten schaffen sie bedeutende Orte für den Dialog zwischen den Kulturen und geben Geschichte einen Raum. Ihr Architekturbüro hat jüdischen Bürgerinnen und Bürgern vor allem mit den Konzeptionen zum Bau der Neuen Synagoge in Dresden und des Jüdischen Zentrums in München wieder eine Heimat und damit auch eine Zukunft in unserem Land gegeben“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier.

Im Herzen Frankfurts haben Prof. Wandel und Prof. Lorch durch die Gedenkstätte am Neuen Börneplatz einen Ort der Erinnerungskultur mitgeschaffen. Sie ist ein Mahnmal für die Zerstörung jüdischen Lebens in der Stadt und bewahrt das Andenken an mehr als 11.000 ermordete jüdische Frankfurterinnen und Frankfurter. Auch die 1945 im KZ Bergen-Belsen ermordete Anne Frank hat hier eine symbolische Ruhestätte erhalten.

„Mit Worten und Taten gegen wachsenden Antisemitismus eintreten"

„Gerade in einer Zeit, in der immer weniger Zeitzeugen von den Gräueltaten der Nationalsozialisten und den jüdischen Schicksalen aus eigener, bitterer Erfahrung berichten können, ist es wichtig, die Erinnerung wach zu halten. Gleichzeitig wollen und müssen wir auch die Zukunft gestalten. Prof. Wandel und Prof. Lorch legen mit ihrer Arbeit Grundsteine für jüdisches Leben in Deutschland, die Generationen überdauern werden. Unsere jüdischen Bürgerinnen und Bürger sind und bleiben ein fester Teil unserer Gemeinschaft. Deshalb müssen wir jüdisches Leben schützen und mit Worten und Taten gegen wachsenden Antisemitismus eintreten. Jeder Einzelne kann dazu beitragen. Prof. Wandel und Prof. Lorch stehen mit ihrer Arbeit dafür ein. Deshalb freue ich mich sehr, sie mit dem Kulturpreis des Landes Hessen auszuzeichnen“, sagte der Regierungschef.

Andrea Wandel ist Professorin im Lehrgebiet „Entwerfen, Raumbildung und Darstellung“ an der Hochschule Trier. Wolfgang Lorch ist Professor für „Entwerfen und Baugestaltung“ an der Technischen Universität in Darmstadt. Das Architekturbüro wurde 1969 von Hubertus Wandel gegründet, dessen Tochter Andrea es heute gemeinsam mit Wolfgang Lorch weiterführt.

Über den Hessischen Kulturpreis

Der Hessische Kulturpreis wird seit 1982 jährlich für besondere Leistungen in Kunst, Wissenschaft und Kulturvermittlung vergeben. Er ist mit 45.000 Euro dotiert.

Im Kuratorium, dessen Vorsitz der Hessische Ministerpräsident innehat, sind neben der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, folgende Persönlichkeiten vertreten:

Jürgen Engel, Architekt, Frankfurt am Main
Susanne Pfeffer, Direktorin des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt

  • Michael Herrmann, Intendant Rheingau Musik-Festival
  • Bernd Leifeld, ehemaliger Geschäftsführer der documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs­GmbH
  • Michael Quast, Schauspieler, Kabarettist, Regisseur
  • Hans Sarkowicz, Leiter Ressort hr2 Kultur und Bildung
  • Dr. Gerhard Stadelmaier, Redakteur und Theaterkritiker im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
  • Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Eine Liste der bisherigen Kulturpreisträgerinnen und -träger ist online zu finden.

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