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Delegation aus Österreich

Hessen und Steiermark unterzeichnen Absichtserklärung zur Förderung der Digitalisierung

13.11.2019Hessische Staatskanzlei

Ministerpräsident Volker Bouffier: „Die Kooperation kommt bei der Gestaltung von Zukunft beiden Seiten zugute.“

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Hessen und Steiermark unterzeichnen Absichtserklärung zur Förderung der Digitalisierung
Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und der steierische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer haben heute eine Absichtserklärung unterzeichnet, sich stärker bei der Förderung der Exzellenz im Bereich Künstlicher Intelligenz in Forschung und Anwendung sowie der Digitalisierung der Verwaltung auszutauschen.
© Hessische Staatskanzlei

Hessen und die österreichische Steiermark wollen die Chancen der Digitalisierung nutzen, sie für und mit den Menschen gestalten und insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) enger zusammenarbeiten. Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und der steierische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer haben dazu heute an der Technischen Universität Darmstadt eine Absichtserklärung unterzeichnet, sich stärker auszutauschen bei der Förderung der Exzellenz im Bereich Künstlicher Intelligenz in Forschung und Anwendung sowie der Digitalisierung der Verwaltung. Zuvor hatten sich die Vertreter beider Länder im Frankfurter House of Logistics and Mobility über innovative Verkehrsideen informiert.

Vorreiter im Bereich Digitalisierung

„Hessen will ein Vorreiter im Bereich der Digitalisierung sein, die den Menschen dienen soll. Dafür unternehmen wir große Anstrengungen“, sagte der hessische Regierungschef. „Künstliche Intelligenz ist ein Zukunftsthema und wird in unserem Alltag eine immer größere Rolle spielen. Wir wollen die Forschung fördern, damit Menschen in ihrem Privat- und Berufsleben durch KI-gesteuerte Produkte und Anwendungen unterstützt werden können. Dies gelingt insbesondere durch einen Wissens- und Technologietransfer, den wir zwischen beiden Ländern verstärken werden.“

Zusammenarbeit mit der Steiermark

Hessen und die Steiermark arbeiten seit Jahren zusammen, vor allem bei Wissenschafts-und Forschungsthemen. Die Karl-Franzens-Universität Graz und die Goethe-Universität Frankfurt, die Technischen Universitäten Graz und Darmstadt wie auch die Fraunhofer-Institute in Graz und Darmstadt pflegen beispielsweise einen regen Austausch. „Die Kooperation zwischen Hessen und der Steiermark hat sich bewährt. Sie kommt bei der Gestaltung von Zukunft beiden Seiten zugute und es ist sinnvoll, sie noch auszuweiten“, sagte der hessische Regierungschef. Bei dem Besuch an der TU Darmstadt demonstrierten die Forscherinnen und Forscher in ihren Laboren, wie Roboter bei Unglücken die Gefahrensituation analysieren und bei der Rettung von Menschen helfen können. „Roboter können Leben retten, das haben wir heute in Darmstadt eindrucksvoll gesehen“, betonte Bouffier.

Ein Kernpunkt der Absichtserklärung ist darüber hinaus der Ausbau einer leistungsfähigen digitalen Verwaltung. „Wir müssen die Strukturen den neuen Möglichkeiten anpassen. Unsere Verwaltung soll den Interessen der Bürgerinnen und Bürger und der Wirtschaft dienen. Dazu brauchen wir virtuelle Ämter, bei denen man beispielsweise mit einem Klick einen neuen Personalausweis beantragen oder seine Adresse ändern kann. Wir wollen alle Dienstleistungen auch digital anbieten“, sagte der Ministerpräsident. Notwendig seien dafür beispielsweise Onlineplattformen, über die kommunale, landes- oder bundesweite Verwaltungsdienstleistungen angeboten und abgerufen werden können. Die Aus- und Fortbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit digitalem Fachwissen wird ein Schwerpunkt des Austausches bilden.

Projekte in Hessen

Hessen treibt viele weitere Projekte voran. Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus hat Anfang November eine Kooperationsvereinbarung mit der TU Darmstadt zum Aufbau des Hessischen Kompetenzzentrums für verantwortungsbewusste Digitalisierung unterzeichnet. Das Zentrum soll als Netzwerk die Forschungsexpertise aus ganz Hessen bündeln, ethische und rechtliche Fragen rund um den digitalen Wandel erforschen und den Wissenstransfer fördern. Um die verantwortungsvolle KI-Forschung weiterzuentwickeln, bereitet das Land darüber hinaus die Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Künstliche Intelligenz mit 20 neuen Professuren vor. Ziel ist, die KI-Forschung und Lehre in Hessen zu stärken, anwendungsorientierte Forschung zu fördern und dringend benötigte Fachkräfte auszubilden.

Steiermark ist auch treibende Kraft

Auch die Steiermark ist eine treibende Kraft. Das Land ist Zentrum des europäischen Forschungs-Hubs Silicon Austria Labs (SAL), in dessen Umfeld ein Forschungszentrum für Electronic Based Systems an der TU Graz errichtet wird. Ergänzend dazu und in unmittelbarer Nähe zum neuen Cybersecurity Campus Graz soll ein neues TU Graz DATAHOUSE die Dynamik in der Grundlagenforschung, in der angewandten Forschung und in den Gründungszentren weiter stimulieren und ein kreatives Biotop für die Datenwissenschaften bilden. Zur Stärkung des Wissens- und Innovationstransfers werden auch an der Universität Graz und am neuen Campus der Medizinischen Universität Graz entsprechende Impulszentren errichtet.

Im House of Logistics and Mobility (HOLM) spielt Digitalisierung bei der Gestaltung von Mobilität eine große Rolle. „Für Hessen als Transitland im Herzen von Europa und internationale Verkehrsdrehscheibe ist es essentiell, die Mobilität von Menschen und Gütern zu sichern. In diesem bundesweit einzigartigen Kompetenzzentrum vernetzen sich Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft“, erläuterte der hessische Regierungschef. Im ÖPNV-Labor arbeiten Verkehrsverbünde, Nahverkehrsdienstleister, Zulieferindustrie, Fahrzeughersteller und Hochschulen beispielsweise an Lösungen, um nahtlos mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln von Tür zu Tür zu reisen.

Der ÖPNV gewinnt in Hessen zunehmend an Bedeutung: 769 Millionen Fahrgäste haben 2018 Busse und Bahnen im RMV-Gebiet genutzt – rund 15 Millionen mehr als im Vorjahr. Die Forschungsarbeit des „amspire-Lab“ der Deutschen Bahn (DB) soll die Qualität der Transporte im Güterverkehr durch intelligente Loks und Güterwagen verbessern. Sie sind mit Sensoren ausgestattet, die ihren aktuellen Standort und den technischen Zustand anzeigen. Bis 2020 sollen alle DB-Fahrzeuge in Europa derart erfasst werden. In der Verkehrszentrale Hessen werden richtungsweisende Projekte für den Straßenverkehr umgesetzt. Ein Beispiel ist die Freigabe von Standstreifen, die die Kapazität der jeweiligen Autobahnabschnitte um ein Viertel steigert und so Staus vermeidet. Die Verkehrszentrale wird derzeit zur Verkehrszentrale Deutschland ausgebaut. Künftig soll das 13.000 Kilometer lange Straßennetz der Bundesrepublik zentral aus dem HOLM betreut werden.

„Hessen und die Steiermark sind seit vielen Jahren eng verbunden und lernen voneinander in vielen Themengebieten. Alle Partner profitieren von der länderübergreifenden Kooperation. Sie gibt wichtige Impulse. Ich freue mich, dass wir diese Beziehung mit dem heutigen Besuch noch vertiefen konnten“, sagte Ministerpräsident Bouffier.

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