Tarifeinigung

Hessen-Tarif bringt zahlreiche Verbesserungen für rund 45.000 Beschäftigte

img_0027.jpg

Tarifeinigung 2017
© HMdIS

Rund 45.000 Beschäftigte des Landes erhalten über zwei Jahre 4,2 Prozent mehr Geld. Außerdem haben sich die Tarifpartner nach fast 16 Stunden Verhandlungen auf zahlreiche strukturelle Änderungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst des Landes Hessen verständigt, die deutliche Verbesserungen bringen. Die wichtigsten Punkte des neuen Tarifvertrags im Überblick: 

  • +2,0 Prozent ab dem 1. März 2017
  • Sozialkomponente von mindestens 75 Euro
  • +2,2 Prozent ab dem 1. Februar 2018
  • Auszubildende erhalten zum 1. März 2017 und 1. Februar 2018 jeweils 35 Euro mehr sowie einen zusätzlichen Urlaubstag 
  • stufengleiche Höhergruppierungen (kein Beschäftigter wird künftig nach einer Höhergruppierung eine Stufe zurückfallen)
  • eine zusätzliche Endstufe 6 in den Entgeltgruppen 9 bis 15
  • bis zu rund 1.000 Euro Fachkräftezulage, insbesondere bei technischen Berufen, wie z.B. in der IT oder für Ingenieure
  • ein hessenweites Jobticket für den öffentlichen Personennahverkehr für alle Landesbediensteten ab dem 1. Januar 2018
  • Zusätzliche Unterstützung für Forstbeschäftigte, die ihren eigenen PKW im Dienst nutzen.

 „Wir haben für unsere Landesbeschäftigten ein umfangreiches Paket vereinbart, das für alle ein ordentliches Lohnplus bringt und gleichzeitig im Einklang mit unserer Schuldenbremse und der Verpflichtung des verantwortungsbewussten Haushaltens steht. Unser Abschluss zeigt aber auch, dass der Hessen-Tarif flexibler und individueller auf die Bedürfnisse der Beschäftigten eingehen kann, als es ein bundesweiter Einheitstarif kann. Er war schon vorher familienfreundlicher und setzt jetzt bewusst Schwerpunkte, die die hohe Leistungsbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders honorieren. Außerdem darf ab nächstem Jahr jeder, der für das Land Hessen arbeitet, mit dem Jobticket kostenlos Bus- und Bahnfahren“, erklärte der Hessische Innenminister Peter Beuth. 

Das Jobticket gilt zu jeder Tag- und Nachtzeit für ganz Hessen für den Nah- und Regionalverkehr, mit üblichen Mitnahmeregeln: Partner fahren also beispielsweise ab 19 Uhr unter der Woche kostenlos mit sowie am gesamten Wochenende. Kinder sind immer kostenfrei mit dabei. „Das macht den Job beim Land noch attraktiver und sorgt für weniger Emissionen. Ein gutes Beispiel, wie wir Ökologie und Ökonomie in Einklang bringen“, sagte der Innenminister.

Schwerpunkt auf dem Thema Fachkräfte

Der Tarifvertrag legt bewusst einen Schwerpunkt auf das Thema Fachkräfte. „Wir wollen unsere klugen Köpfe im Landesdienst halten und gleichzeitig neue gewinnen. Unsere neue Zulage macht das Land auch konkurrenzfähiger. Sie richtet sich gezielt an Ärzte, Ingenieure und IT-Beschäftigte“, so der Minister. Die neue zusätzliche Endstufe für die Entgeltgruppen 9 bis 15 werde insbesondere langjährigen Fachkräften zugutekommen. „Künftig gilt für Hessen außerdem, dass besonders engagierte Mitarbeiter, die eine höhere Tarifgruppe erreichen, nicht eine Erfahrungsstufe zurückfallen können. Gute Leistungen müssen sich auch auf dem Gehaltszettel messbar lohnen“, betonte Peter Beuth. Die stufengleiche Höhergruppierung gebe es bis heute nicht in der Tarifgemeinschaft der Länder.

Traditionell wird in Hessen besonderer Wert auf Familienfreundlichkeit gelegt. So wurden auch weitere Verbesserungen bei der Berücksichtigung der Eltern- und der Pflegezeiten im Rahmen der Stufenlaufzeit und der Jahressonderzahlung tarifvertraglich festgeschrieben.

Verbot der Vollverschleierung während der Dienstzeit

Bestandteil des Tarifvertrags ist zudem ein Verbot der Vollverschleierung während der Dienstzeit. Die Bundesregierung wird das Beamtenstatusgesetz ändern und eine entsprechende Klausel aufzunehmen, die es allen Beamten bundesweit untersagt, eine komplette Gesichtsverhüllung im Dienst zu tragen. Diese Regelung wird aber nicht die Tarifbeschäftigten miteinschließen. „Ob im direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern oder den Kolleginnen und Kollegen: Eine offene Kommunikation ist vollverschleiert nicht möglich, für hessische Dienstzimmer aber unabdingbar“, so der Minister. Das Land hatte bereits 2011 per Erlass das Tragen einer Vollverschleierung für alle Landesbediensteten - Beamte und Tarifbeschäftigte - untersagt und mit dem Neutralitätsgebot der öffentlichen Verwaltung begründet. Die Bundesregierung hat sich, wie auch nun die Tarifpartner in Hessen, auf eine Verbotsgrundlage geeinigt, bei der die Religionsfreiheit nicht berührt wird.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Michael Schaich
Hessisches Ministerium des Innern und für Sport
+49 611 353 1607
+49 611 353 1608
pressestelle@hmdis.hessen.de