Die Corona-Krise und die hessische Justiz

„Gemeinsam und solidarisch durch die Krise“

06.07.2020Hessisches Ministerium der Justiz

Verantwortungsvolle Tätigkeit ehrenamtlicher Richterinnen und Richter gerade während der Corona-Krise enorm wichtig

Die Corona-Krise hat auch die hessische Justiz vor neue Herausforderungen gestellt. Trotz erheblicher Einschränkungen galt es, die Arbeitsfähigkeit von Gerichten und des Justizapparats weiterhin zu gewährleisten – denn der Rechtsstaat kann nicht einfach pausieren, sondern muss vor allem in Krisenzeiten funktionsfähig sein.

Justizministerin Eva Kühne-Hörmann erklärt: „Einen wesentlichen Beitrag haben dazu auch die ehrenamtlichen Richterinnen und Richter bzw. Schöffinnen und Schöffen geleistet, die weiterhin zu den Sitzungsterminen erschienen sind. Diese freiwillige und unentgeltliche Richtertätigkeit erfordert Sinn für das Gemeinwesen, Integrität und großes Verantwortungsgefühl sowie ein hohes Maß an persönlicher Zuverlässigkeit. Unterschiedlichste Lebens- und Berufserfahrungen, fachspezifische Kenntnisse aus verschiedenen Arbeitsbereichen sowie ein natürliches Rechtsempfinden der ehrenamtlichen Frauen und Männer sind für die Gerichtsbarkeiten unverzichtbar. Die Pandemie hat gezeigt, dass außergewöhnliche Umstände eine besondere Zusammenarbeit erfordern – nur gemeinsam und solidarisch gelingt der Weg aus der Krise. Ich möchte mich deshalb bei allen Bürgerinnen und Bürgern bedanken, die mit ihrem Ehrenamt dazu beigetragen haben, dass die hessische Justiz auch in der Krise funktionsfähig geblieben ist.“

Über 2400 ehrenamtliche Richterinnen und Richter

Frank Woitaschek, der Präsident des Hessischen Landesarbeitsgerichts, kann diese Erfahrung bestätigen. „Aktuell üben über 2400 Bürgerinnen und Bürger das Amt ehrenamtlicher Richterinnen und Richter in der Arbeitsgerichtsbarkeit aus. Auch während der Pandemie sind viele gekommen, die durchaus in Anspruch hätten nehmen können, zur Risikogruppe zu gehören. Alle sind geblieben und konnten zu den Sitzungen geladen werden – das hat uns wirklich sehr geholfen. Ich weiß diese Bereitschaft und Unterstützung sehr zu schätzen.“

In Hessen üben fast 10.000 Bürgerinnen und Bürger dieses Ehrenamt in der hessischen Justiz aus. Die Mitwirkung ehrenamtlicher Richterinnen und Richter bzw. Schöffinnen und Schöffen erhöht die Akzeptanz gerichtlicher Entscheidungen und stärkt das Vertrauen der Bevölkerung in die Rechtsprechung, daher ist die Tätigkeit von besonderem Wert.

Eva Kühne-Hörmann fügt hinzu: „Die ehrenamtlichen Richterinnen und Richter nehmen eine ganz wesentliche Funktion für den Rechtsstaat ein. Denn in einer sich immer stärker professionalisierenden und digitalisierenden Gesellschaft, in einer Zeit, in der die Sachverhalte komplexer und internationaler werden, ist die Anwesenheit von Bürgerinnen und Bürgern in den Verhandlungen die Rückversicherung, dass die Justiz ihr Handeln stets intensiv erklärt, gerade auch für Menschen, die nicht jeden Tag mit dem Recht zu tun haben. Ihr Engagement fördert aber auch das Verständnis für die Tätigkeit der Rechtsprechung in der Öffentlichkeit. Denn Sie nehmen durch Ihre Aufgabe auch umgekehrt, in Richtung Ihrer Verbände, Unternehmen und Ihrem persönlichen Umfeld eine wichtige Mittlerrolle zwischen Staat und Bevölkerung ein.“

Hintergrund: Podcast der hessischen Justiz

Weitere Informationen zur Tätigkeit ehrenamtlicher Richterinnen und ehrenamtlich Richter können Sie im aktuellen Podcast der hessischen Justiz „Zeit für Justitia – der Justiztalk aus Hessen“ hören.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Herr Michael Achtert (kommissarisch)
Hessisches Ministerium der Justiz
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