Hessen sagt Danke

Engagement von Grete Steiner aus Offenbach gewürdigt

Der Hessische Europastaatssekretär Mark Weinmeister hat am Montag Grete Steiner aus Offenbach mit dem vom Bundespräsidenten verliehenen Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

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Europastaatssekretär Mark Weinmeister würdigt das langjährige Engagement von Gerhard Germann aus Waldeck
Staatssekretär Mark Weinmeister, Gerhard Germann sowie Grete Steiner aus Offenbach.
© Staatskanzlei

Mit dieser Ehrung wird ihr langjähriges und vielfältiges Engagement in der Stadt Offenbach und für die Region gewürdigt.

„Dieser Tage wird viel über das Engagement in der Kommunalpolitik diskutiert. Wir sprechen über die Rahmenbedingungen und was es bedeutet, öffentlich Position zu beziehen und sich ehrenamtlich für die Belange der Mitmenschen und die Entwicklung einer Stadt einzusetzen. Es erfordert Mut und setzt die Bereitschaft voraus, Zeit und Energie in die Arbeit vor Ort zu investieren. Ich empfinde das nicht als Selbstverständlichkeit und freue mich deshalb besonders, Grete Steiner heute für ihr langjähriges Engagement zu danken“, sagte Weinmeister bei einer Feierstunde in der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden.

Zur Geehrten

Grete Steiner, geboren am 11. Februar 1944, schloss ihre schulische Ausbildung mit dem Abitur auf der Nordseeinsel Langeoog ab. Nach ihrem Lehramtsstudium an der Goethe-Universität in Frankfurt unterrichtete sie zunächst an der Humboldtschule in Offenbach und wechselte 1983 an die Gesamtschule Schillerschule ebenfalls in Offenbach. Hier war sie bis zu Ihrem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2009 tätig.

1987 übernahm Grete Steiner den Vorsitz des SPD-Ortsvereins Bürgel-Rumpenhein und wurde 1993 erstmals als Stadtverordnete in das Stadtparlament von Offenbach gewählt. Diesem gehörte sie 23 Jahre an und war von 2001 bis 2016 stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin.

Die Themen Kunst und Kultur sowie Bildung und die Gleichstellung von Frauen und Männern lagen Grete Steiner während ihres kommunalpolitischen Engagements, aber auch darüber hinaus besonders am Herzen. So war sie im Jahr 2000 eine der Mitbegründerinnen des überregional bekannten „Haus der Frauengeschichte zur Förderung des geschlechterdemokratischen historischen Bewusstsein e.V.“ in Bonn. Der Verein hat sowohl die konzeptionelle Entwicklung, als auch die Realisierung des Hauses der Frauengeschichte verantwortet und ist heute für die Unterhaltung zuständig.

1996 gründete sie im Verbund mit der Volkshochschule, dem Frauenbüro der Stadt Offenbach und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung die „Initiative Frauenenergie“, die bis heute mit regelmäßigen Ausstellungen und Veranstaltungen öffentlich auf die Verdienste und Leistungen von Frauen sowie auf gesellschaftspolitische Fragestellungen aufmerksam macht.

Grete Steiner hat sich persönlich mit der Wirkung kreativen Schaffens und dem Effekt auf die individuelle Persönlichkeitsentwicklung auseinandergesetzt. Aus ihren Erfahrungen erarbeitete sie ein Konzept für eine Kunstwerkstatt, die an der Schillerschule etabliert wurde und bis heute den Austausch von Kunstschaffenden, Schülern und Lehrern fördert.

Um jungen Künstlern eine Plattform in der Region zu bieten, gründete Grete Steiner im Jahr 2000 den Verein für Kunstförderung Rhein-Main e.V., der noch im selben Jahr erstmals das „Festival junger Talente“ organisierte. Das Ziel der Veranstaltung, die inzwischen alle zwei Jahre stattfindet, ist es, die Zusammenarbeit der Studierenden verschiedener gestalterischer Fachrichtungen an den lokalen Hochschulen zu fördern und die Entstehung neuer experimenteller Arbeiten zu unterstützen. Inzwischen sind zahlreiche renommierte Einrichtungen – darunter die Hochschule für Gestaltung Offenbach, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, die Hessische Theaterakademie, das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen, die Städelschule Frankfurt sowie die Goethe-Universität Frankfurt oder die Kunsthochschule Mainz – beteiligt.

Seit 2012 ist Grete Steiner zudem Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Region Offenbach e.V und Beisitzerin im Vorstand des Kreisverbands Offenbach am Main der Arbeiterwohlfahrt. Im Kirchenvorstand der Evangelischen Schlossgemeinde Rumpenheim engagiert sie sich seit 2015.

„Grete Steiner hat vielfältige und teils sehr persönliche Erlebnisse in ehrenamtliches Engagement und Taten übersetzt. Sie lässt andere auf diese Weise aus ihren Erfahrungen lernen und davon profitieren. Unseren Respekt und unsere Dankbarkeit wollen wir mit dem Verdienstkreuz am Bande ausdrücken“, betonte Weinmeister abschließend.

2010 zeichnete die Stadt Offenbach Grete Steiner für ihre besonderen Verdienste um die Gleichstellung von Frauen und Männern mit dem Sophie von La Roche-Preis aus. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Parlament erhielt sie 2017 zudem den Ehrentitel der „Stadtältesten“.

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