„Aktion Generation – lokale Familien stärken“

Engagement für das Miteinander von Generationen: Preisträger geehrt

Sozial- und Integrationsminister Kai Klose hat die diesjährigen Preisträger des Wettbewerbs „Aktion Generation – lokale Familien stärken“ bekannt gegeben.

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Aktion Generation
© HMSI

Da auf die Feierlichkeiten zur Eindämmung der Verbreitung des SARS CoV-2-Virus und zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten verzichtet wird, werden die Preise postalisch an die Gewinnerinnen und Gewinner versendet.

Der Wettbewerb wurde in diesem Jahr zum sechsten Mal ausgeschrieben. Der Begriff „lokale Familie“ geht dabei über klassische Verwandtschaftsbeziehungen hinaus und meint eine örtliche Gemeinschaft, in der die unterschiedlichsten Menschen aller Generationen zusammenleben. „Vor wenigen Generationen waren Begegnungen zwischen Jung und Alt natürlich und für die meisten Menschen alltäglich. Heute gibt es in Deutschland immer weniger Familien, in denen mehrere Generationen unter einem Dach leben. Wenn der demografische Wandel gesellschaftliche Distanzen fördert, muss die lokale Familie verstärkt in den Mittelpunkt rücken“, erklärt Klose.

Dialog der Generationen fördern

„Vor diesem Hintergrund will die Aktion Generation Impulse setzen und Konzepte auszeichnen, die sich dieser Herausforderung stellen und den Dialog der Generationen fördern. Konzepte, die das Miteinander von Jung und Alt auf unterschiedliche Weise ins Zentrum ihres Wesens stellen und Verantwortung füreinander vor Ort mit ihrem Handeln ausdrücken“, betont der Minister.

Die Projektkonzepte der Preisträger 2020 werden diesem Anspruch gerecht. So lobt Klose: „Sie bieten die Chance neue Altersbilder kennen zu lernen sowie auch verschiedene Rollen innerhalb der Generationen zu erleben. Wir sind davon überzeugt, diese Generationenprojekte stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl und den lokalen Familiensinn“.

Ein Gefühl von Zugehörigkeit

Jede Gesellschaft ist auf dieses Gefühl von Zugehörigkeit angewiesen. Auf ein gutes Miteinander – auf geteilte Gemeinschaft. Diese zentrale Bedeutung findet auch im diesjährig gewählten Themenschwerpunkt seinen Widerhall: „Gesellschaftliches Miteinander“.  „Und wie kann das gesellschaftliche Miteinander der Generationen besser gefördert werden, als damit, dass man mehr Raum für Begegnungen zwischen Menschen schafft“, fragt Klose. „Wenn Menschen ihr Handeln darauf ausrichten, Aktionen zwischen Generationen zu fördern, dann – davon sind wir überzeugt – fördert das nicht nur den Zusammenhalt, sondern es ist gleichzeitig die Verankerung der Solidarität der Generationen“, so der Minister.

Die ausgezeichneten Projekte verdeutlichen, „viele Menschen wollen sich daran beteiligen, Netzwerke neu zu verknüpfen und vorhandene Strukturen dazu zu nutzen, das Leben vor Ort für Jung und Alt attraktiv und lebenswert, gar familiär zu gestalten. Sie gehen mit Ihren Konzepten voran und geben Anreize für andere, es Ihnen gleich zu tun. Damit entfalten sie Vorbildcharakter für alle“, schließt Klose.

Folgende Preisträger wurden 2020 ausgezeichnet:

Erster Preis: Förderverein Generationenhof e.V. (Stadt Schenklengsfeld)

Preis: 20.000 € für das Projekt: „Generationenhof Schenklengsfeld“

Im Jahr 2016 legte die Gemeinde Schenklengsfeld mit dem Kauf der ehemaligen Hofreite Otter, den Grundstein für ein sich stets weiterentwickelndes Projekt, das Vorbildcharakter besitzt. Seither wird das seit vielen Jahren unbewohnte landwirtschaftliche Anwesen in Abstimmung mit ehrenamtlich Engagierten, Vereinen sowie Verbänden der Gemeinde Schenklengsfeld und der Region Kuppenrhön umgebaut. Ein Café, eine barrierefreie Toilettenanlage, eine Kultur- sowie Feierscheune, ein Seminar- und Probenraum sind bereits entstanden und werden Orte für nachhaltige Begegnungsräume und Angebote für verschiedene Altersgruppen im besonderen Ambiente des Generationenhofes.

Unter dem Motto das Dorf wieder Dorf sein zu lassen, soll der Generationenhof Schenklengsfeld zu einer zentralen Gemeinwesen übergreifenden Einrichtung ausgebaut werden. Dabei gibt es noch eine „letzte“ Idee, die man umsetzen möchte: Als „Dach“ für alle Aktivitäten der unterschiedlichen Generationen auf dem Anwesen, soll eine Dorfhochschule entstehen. Der primäre Fokus soll dabei auf Seniorinnen und Senioren zur Vermeidung von Vereinsamung liegen. Angebote für Jung und Alt sollen hier ihren Platz finden: Seniorencafé-Nachmittage gemeinsam mit den Kindergarten-Kindern, Mutter-Kind-Turnen und Familienberatung. Kurse wie „Kochen und Backen mit Oma“ „Abenteuerclub für Kids von 5-7“ oder „Ferwes machen für Youngster“. In diesem Projekt wird der Generationendialog mit Leben gefüllt. Durch Orte wie den Generationenhof Schenklengsfeld, wird Raum für ein Miteinander aller Generationen geschaffen. Durch den intensiven Austausch und gegenseitiges Kennenlernen über die Altersgrenzen hinweg entsteht ein Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Generationen. Dies ist die Grundlage für respektvolle und von Toleranz geprägte Begegnungen.

Zweiter Preis: Gemeinde Trebur

Preis: 16.000 € für das Projekt: „Generationen unter einem Dach, Alt und Jung

Mit dem Projekt „Generationen unter einem Dach – Alt und Jung“, möchte die Gemeinde Trebur eine Antwort auf die demografischen Herausforderungen der heutigen Zeit geben. Angefangen hat alles mit einem „Tummelplatz für die Kleinsten“. Ein Haus für Kinder, in dem sie Kinder sein durften. Die Kita Tannenweg begann im Jahr 1974 als Kindergarten mit Vormittags- und Nachmittagsbetreuung. 2014 begannen die Baumaßnahmen für den Neubau der Kita. Erklärtes Ziel: Seniorinnen und Senioren weiter in die örtliche Gemeinschaft integrieren und unterschiedliche Generationen unter einem Dach zusammenführen. Mit viel Herzblut und Engagement ist ein modernes Gebäude mit 26 Wohneinheiten für Seniorinnen und Senioren sowie einer im Erdgeschoß befindlichen Kindertagesstätte entstanden. Neben vielseitigen gemeinsamen Projekten und geplanten Treffen, entstehen häufig zufällige Alltagssituationen, in denen sich Alt und Jung begegnen.

Dritter Preis: Bürgerhilfe Maintal e.V.

Preis: 13.500 € für das Projekt: „Wunschgroßeltern“

Wenn die eigenen Enkelkinder oder Großeltern gänzlich fehlen oder zu weit weg wohnen, versucht das Projekt „Wunschgroßeltern“ diese Lücke zu schließen. Die Bürgerhilfe Maintal hat es sich bereits 2006 zum Ziel gesetzt Familien mit Seniorinnen und Senioren zusammenzuführen und damit einen Rahmen zu schaffen, in dem Alt und Jung wieder verstärkt miteinander in Kontakt treten können. Familien werden entlastet und haben intensive Kontakte zu älteren Menschen. Seniorinnen und Senioren gehen Verbindungen mit Kindern und deren Eltern ein und halten sich dadurch aktiv. Ziel ist, füreinander da zu sein.

Anerkennungspreis: Förderverein Stadtbücherei Alsfeld e.V.

Preis: 500 € „Bring und Holservice für Büchermedien“

Insbesondere in schwierigen Zeiten müssen wir neue Wege gehen. Auch das haben wir in diesem Jahr gelernt. Zusammen mit den Kreisverbänden des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, des Verkehrsclubs Deutschland und des Fördervereins Stadtbücherei ist die Alsfelder Stadtbücherei im August dieses Jahres einen solchen neuen Weg gegangen: Bücher, Spiele oder digitale Medien werden seit August per Fahrradkurier ausgeliefert und auch wieder abgeholt. Der Lieferdienst geht über die Stadtgrenzen hinaus und bezieht die anliegenden Gemeinden und Dörfer mit ein.

Insbesondere ältere Menschen, denen die Wege im ländlichen Raum beschwerlich werden oder in diesen Tagen das Haus nicht verlassen dürfen, sollen mit diesem Projekt weiter an der Medien- und Informationsversorgung der Stadtbücherei teilhaben.

Kultur, Ehrenamt und Sport werden mit dem Bring- und Holservice der Büchermedien miteinander verknüpft um Hilfe von Jüngeren für Ältere zu generieren. Nicht zuletzt wird damit auch soziale Teilhabe verschiedener Generationen gefördert. 

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecherin: 
Alice Engel
Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
+49 611 3219 3408
+49 611 32719 4666
presse@hsm.hessen.de
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