Tierschutz

Ende der Kastenstandhaltung von Schweinen in Sicht

Hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz zur Entscheidung des Bundesrats

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Schweinschnauze im Kasten
© Peter Maszlen - stock.adobe.com

"Nach langen Verhandlungen wird der Umbau der Schweinehaltung nun eingeleitet. Ziel ist es, dass Sauen nach einer Übergangsphase in Gruppen gehalten werden. Der jetzt erreichte Kompromiss bedeutet, dass sich die Sauen auch in der Übergangsphase im Kastenstand ausstrecken könne. Außerdem wird die Zeit der Fixierung, die bisher bis zu einem halben Jahr betragen konnte auf wenige Tage reduziert. Die Gruppenhaltung von Sauen wird nach der Umbauphase zunächst im Deckzentrum umgesetzt, danach im Abferkelbereich", sagte die Hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz.

"Die Haltung von Sauen in Kastenständen ist nicht tiergerecht. Deshalb ist es gut, dass Schweine zukünftig in Gruppen leben werden und jede Sau im Deckzentrum mindestens 5 Quadratmeter zur Verfügung hat. Ebenfalls müssen Aktivitätsbereiche und Rückzugsmöglichkeiten geschaffen sowie geeignetes Beschäftigungsmaterial zur Verfügung gestellt werden. Die Kastenstände im Deckzentrum müssen spätestens nach 8 Jahren verschwunden sein", sagte Hinz. Soweit kein Umbau geplant ist, muss die Schweinhaltung bereits nach 5 Jahren aufgegeben werden. In dieser Übergangszeit müssen sich die Tiere aber bereits ausstrecken können, so wie es das sogenannte Magdeburger Urteil vorsieht. Im Abferkelbereich, wo die Sau ihre Jungen bekommt, wird die Zeit im Kastenstand auf wenige Tage reduziert. Das ist ein deutlicher Fortschritt, bisher konnte die Sau dort bis zu 35 Tage fixiert werden.

Planungssicherheit bei Schweinehaltung

"Jetzt haben Schweinehalterinnen und -züchter endlich Planungssicherheit. Sie wussten lange Zeit nicht, an welchen gesetzlichen Vorgaben sie ihre Ställe ausrichten müssen. Bauvorhaben wurden so lange Zeit nicht umgesetzt", so Hinz. Dabei sei es wichtig, dass Betriebe bei diesen Umbauten unterstützt werden. "Denn wir möchten die regionale Schweinehaltung erhalten. Die Bundesregierung hat eine entsprechende Förderung zugesagt. Die Übergangsfristen hätten aus meiner Sicht jedoch kürzer sein dürfen."

"Es wird jetzt höchste Zeit, auch die anderen Tierarten in den Blick zu nehmen", ergänzte die Ministerin. "Ich nehme die Bundesregierung beim Wort, dass sie noch in dieser Legislaturperiode Vorschläge für eine tiergerechtere Haltung von Geflügel vorlegt. Auch was die Anbindehaltung von Rindern angeht drückt sich die Bundesregierung schon lange um eine Veränderung. Dabei liegt bereits seit 2016 ein auf Initiative Hessens gefasster Bundesratsbeschluss vor, der die Bundesregierung auch in diesem Bereich zum Handeln auffordert. Nach der Sommerpause soll es zur Anbindehaltung nun endlich Gespräche zwischen Bund und Ländern geben. Hessen steht hier in den Startlöchern", sagte Hinz abschließend.

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