Hessen und Israel

Delegationsreise nach Israel beendet

Digitalministerin Sinemus: Austausch und Kooperation mit Israel ist für Hessen gelebte Partnerschaft und Innovation für die Zukunft

Digitalministerin Kristina Sinemus beendete am Freitagnachmittag ihre erste Delegationsreise in Tel Aviv. Sie wurde von einer knapp 30-köpfigen Delegation in Israel begleitet. Neben Abgeordneten aller Fraktionen des Hessischen Landtags nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft, Wirtschaft und der Medien teil. Im Mittelpunkt stand die Zusammenarbeit zwischen Hessen und Israel. Ganz zentraler Leitgedanke war, wie die Digitalisierung dem Menschen nützt.

„Wir können viel vom pragmatischen Ansatz sowie der Geschwindigkeit und Kreativität der Israelis bei der Entwicklung von Ideen und der praktischen Umsetzung in erfolgreichen Geschäftsmodellen lernen. Die gute Kooperation zwischen Hessen und Israel zu vertiefen, ist unser Ziel. Ein Element wird der diese Woche auf der Cyber-Week in Tel Aviv angekündigte ‚International CyberLion for Cybersecurity Startups‘-Award sein, der ab dem kommenden Jahr Start-Ups aus Israel für eine Woche nach Hessen einladen wird. Vernetzung, Zusammenarbeit und Austausch werden so ermöglicht und gefördert.“

„Ich verneige mich vor dem israelischen Volk"

Digitalministerin Sinemus hat bereits am Dienstag die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem bei Jerusalem besucht und einen Kranz niedergelegt und der Millionen Opfer gedacht. „Wir müssen die Erinnerung an die Opfer jetzt und in Zukunft wachhalten. Ich verneige mich vor dem israelischen Volk und den Opfern der Shoah,“ so Sinemus.

Insgesamt war ein umfangreiches Programm aus Gesprächen und Programmpunkten in Israel angesetzt worden. Bei zwei von 19 Terminen führte die Teilnahme eines Mitgliedes der AfD-Landtagsfraktion zur kurzfristigen Absage seitens der Gastgeber für die gesamte Delegation. Dabei handelte es sich um den Gesprächstermin im israelischen Wirtschaftsministerium sowie den Besuch bei der Hebrew University in Jerusalem. Bei weiteren Terminen wurde explizit der Abgeordnete der AfD-Fraktion ausgeladen: hierbei handelte es sich um das Gespräch im Weizmann-Institut, welches von der Ministerin und den Vertretern der Wissenschaft wahrgenommen wurde, sowie um die Termine bei zwei Unternehmen aus dem Bereich Cyber-Sicherheit, welche vom Rest der Delegation besucht wurden. Ein weiterer Termin wurde seitens des Vortragenden kurzfristig aus terminlichen Gründen abgesagt, die nicht im Zusammenhang mit dem beschriebenen Sachverhalt stehen. Für einen der kurzfristig abgesagten Termine konnte ebenso kurzfristig ein Termin bei einem namhaften deutschen Software-Unternehmen angeboten werden. Hier stand thematisch das Thema Forschung und Entwicklung neuer Programme im Vordergrund.

„Eine Absage kam für mich nicht infrage."

Digitalministerin Sinemus: „Die Regeln des Landtags besagen, dass alle Fraktionen an den Delegationsreisen teilnehmen können. In Israel sind wir zu Gast und respektieren das Hausrecht der Israelis. Der weit überwiegende Teil der Gespräche hat für die Delegation oder Teile der Delegation stattgefunden. Eine Absage kam für mich nicht infrage.“

Den Auftakt des Programms bildete am Montag als Teil der Initiative „Woman go digital!“ ein Austausch mit Frauen in Führungspositionen der israelischen Digitalwirtschaft. Unter dem Oberbegriff Smart Region – Smart City wurde mit der CIO der Stadt Tel Aviv anhand praktischer Anwendungen erörtert, wie die Digitalisierung öffentliche Aufgaben verbessern kann und das Rathaus aufs Smartphone kommt.

Fazit einiger Teilnehmer der Delegationsreise:

Dr. phil. Isabella-Afra Holst, Senior Vice President Strategic Initiatives, Software AG:
„Ich bin begeistert von der Innovationskraft und der florierenden Gründerszene in Israel, die in dieser Form weltweit einmalig sind. Das Land Hessen und seine Unternehmen – wie die Software AG – haben dieses Potential schon frühzeitig erkannt und bereits vor Jahren in Tech-Unternehmen und Start-Ups investiert. Der Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Politik zur Stärkung des Standorts zeigt Wirkung, das wurde im gemeinsamen Austausch vor Ort wieder deutlich.“

Prof. Dr. Klaus David, Universität Kassel:
„Digitalisierung wird das private und berufliche Leben fundamental verändern. In Israel wurde die Bedeutung erkannt und sehr erfolgreiche Universitäten und Ausgründungen aufgebaut. In Hessen haben wir eine erfolgreiche IT-Industrie und starke Universitäten wie zum Beispiel die TU Darmstadt oder die Universität Kassel – in Bereichen wie Cybersecurity oder Künstlicher Intelligenz. Daher ist es sehr interessant, in Israel Anregungen zu bekommen und Kontakte zur Kooperation zu knüpfen.“

Carmen Lukoschek, leap in time GmbH, Spin-Off TU Darmstadt:
„Eine beeindruckende Reiseagenda, die Interdisziplinarität in der Digitalisierung auf den Punkt bringt. Die Sondierungsreise hat israelische Innovationskultur im Themenfeld facettenreich beleuchtet, viel Raum für Austausch gegeben und mir wichtige Impulse für die Forschung an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gegeben.“

Philipp Weber, FPS Fritze Wicke Seelig Partnerschaftsgesellschaft von Rechtsanwälten, Frankfurt:
„Der Besuch von ganz unterschiedlichen Akteuren des israelischen Startup-Ökosystems hat eindrucksvoll gezeigt, warum Israel mit über 6.000 Startups zu Recht als Startup-Nation bezeichnet wird. In Deutschland können wir zum Beispiel von der starken Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung beim Thema Innovationen, der akzeptierten Fehlerkultur und der konsequent lösungsorientierten Herangehensweise lernen.“

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Pressesprecher: 
Christian Henkes
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