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Interview mit Volker Bouffier

Darmstadt - „Das Silicon Valley Europas“

29.04.2017Hessische Staatskanzlei

Ministerpräsident Volker Bouffier im Interview mit dem Darmstädter Echo (Ausgabe vom 29. April 2017) über Digitalisierung in Hessen: Darmstadt hat sich als „Digitale Stadt“ Deutschlands beworben.

Herr Bouffier, welche Rolle hat die Digitalisierung in den letzten Jahren aus Ihrer Sicht gespielt?
Die zunehmende Digitalisierung hat unser tägliches Leben in nahezu allen Lebensbereichen nachhaltig verändert. Sie gilt als eine der wesentlichen Bedingungen für den Erhalt und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, für die Schaffung von Arbeitsplätzen und für die Weiterentwicklung gesellschaftlicher Prozesse. Durch den Einsatz digitaler Dienste und Anwendungen haben sich die Lebens- und Arbeitsgewohnheiten und auch das Kommunikationsverhalten der Menschen massiv verändert. Gesellschaft und Wirtschaft sind zunehmend von digitalen Diensten abhängig. So ist die Digitalisierung eine wichtige Grundlage demokratischer Meinungs- und Willensbildung. Der Einsatz digitaler Technologien bietet Chancen, die gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und den Wohlstand der Menschen zu steigern.

Unser Land gehört heute auch im internationalen Vergleich zu einem der führenden Standorte für Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) und baut im Rahmen seiner "Strategie Digitales Hessen" diese Position weiter aus. Die Unternehmen in der Region Rhein-Main-Neckar erwirtschaften 40 Prozent des weltweiten Umsatzes der 100 führenden europäischen Softwareanbieter. Zu Recht nennt sich die Region Darmstadt das "Silicon Valley Europas".

Wie verändert sich die Rolle der Digitalisierung jetzt im Zuge des Wettbewerbs "Digitale Stadt" für Hessen?
Der Stellenwert der Digitalisierung wird unverändert hoch bleiben. Wettbewerbe und Auszeichnungen wie die Digitale Stadt sind ein weiterer Ansporn, neue Anwendungsszenarien zu entwickeln. Die Auswirkungen und Herausforderungen der Digitalisierung lassen sich jedoch aus heutiger Sicht nicht annähernd vollständig ermessen. Die Strategie Digitales Hessen bedarf daher der ständigen Fortschreibung - abhängig vom Stand der technologischen Entwicklung.

Was tun Sie dafür, dass Darmstadt "Digitale Stadt" Deutschlands wird?
Die Grundsteine dazu haben wir bereits in den letzten Jahren gelegt: Wichtigster standortpolitischer Beitrag für diese Attraktivität des Standorts und zur weiteren Verbesserung der Positionierung Darmstadts in der internationalen Konkurrenz der Standorte war der Ausbau von Hochleistungsbreitbandnetzen und der digitalen Infrastruktur. Mit der Förderung des Softwareclusters sind hessische IT-Firmen mittlerweile auf einem internationalen Spitzenplatz. Das Thema Datensicherheit ist ein wichtiger Forschungsschwerpunkt.

Darmstadt ist damit auf gutem Wege, seine Attraktivität als Zentrum der Informationstechnologie in Zentraleuropa auszuweiten.

Mit dem House of IT in Darmstadt, das von den Unternehmen der IKT-Branche, von wissenschaftlichen Einrichtungen wie der Technischen Universität Darmstadt und der Fraunhofer-Gesellschaft sowie von der Politik auf kommunaler und auf Landesebene getragen wird, wird der Technologietransfer aktiv gefördert.

Welche Perspektiven ergeben sich aus einem möglichen Titelgewinn für die Region?
Man wird national und international genau hinschauen, was in Darmstadt passiert und im Sinne von Best Practice aus den Erfahrungen lernen und Funktionierendes übernehmen. Ich bin überzeugt, dass Darmstadt das Know-how und die kompetenten IT-Unternehmen hat, um diese Vorreiterrolle anzunehmen.

Das Interview führte Lars Hennemann.

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