Mittelstand

Austausch mit Familienunternehmen Haas Magnettechnik

Europaministerin Puttrich: „Beeindruckend, wie sich Familienunternehmen im globalen Wettbewerb aufstellen.“

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Europaministerin Lucia Puttrich in einer Videokonferenz mit Haas Magnettechnik.
Europaministerin Lucia Puttrich in einer Videokonferenz mit dem mittelständischem Familienunternehmen Haas Magnettechnik aus Wiesbaden.
© Staatskanzlei

Europaministerin Lucia Puttrich war heute online zu Besuch bei dem Wiesbadener Unternehmen Haas Magnettechnik. Das Unternehmen Haas & Co produziert und vertreibt seit 1972 Magnetfolien, Magnetbänder, technische Magnete sowie magnetische Sonderanfertigungen in höchster Qualität. Eine Reihe von Patenten und Gebrauchsmustern belegen die Innovationsfreudigkeit eines der marktführenden Unternehmen in der Magnettechnik. An seinem Sitz in Wiesbaden-Nordenstadt beschäftigt das mittelständische Familienunternehmen rund 25 Mitarbeiter und produziert mit internationalen Joint-Ventures und einem modernen Maschinenpark insbesondere für den europäischen Markt. Die Rohstoffe für die Magnetfolien werden weltweit eingekauft. Über Kooperationen mit Forschung und Wirtschaft ist das Ziel, die Rohstoffe zunehmend aus recyceltem Material zu gewinnen.

Klimawandel, Digitalisierung und Veränderung globaler Marktstrukturen

„Hessische Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen. Natürlich steht die Bewältigung der Corona-Pandemie im Vordergrund, aber es gibt auch zahlreiche Entwicklungen, auf die sich Unternehmen darüber hinaus einstellen müssen. Klimawandel, Digitalisierung und die Veränderung globaler Marktstrukturen erfordern gerade von exportorientierten Unternehmen ständige Anpassungsprozesse. Der europäische Binnenmarkt ist zwar nach wie vor ein attraktiver Markt, doch mit dem RCEP Abkommen, welches vor wenigen Wochen unterzeichnet wurde, ist im Asien-Pazifik-Raum eine Freihandelszone von 15 Staaten, darunter China, Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland, aber auch die ASEAN Staatengemeinschaft mit rund 30 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und 2,2 Mrd. Einwohnern entstanden. Das ist ein mächtiger Handelsblock, der es europäischen Unternehmen sowohl bei der Versorgung mit Rohstoffen als auch bei Fragen des Marktzugangs nicht leichter machen wird“, so Lucia Puttrich, die ergänzte: „Das zeigt, wie wichtig internationale Handelsabkommen auch für die Zukunft der EU sind.“

Begrüßt wurde die Staatsministerin vom Unternehmenschef, Christopher Haas. Er erklärte: „Der Austausch zwischen Politik und Wirtschaft ist besonders in dieser Zeit der zahlreichen Herausforderungen absolut wichtig. Nur so können wir die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen zu guten Ergebnissen führen.“

Nach Brexit: Fragen der Rechtssicherheit und Planbarkeit

Entsprechend weit gefächert waren die Themen des Gedankenaustausches. „Der Brexit wird die durch den europäischen Integrationsprozess abgebauten bürokratischen Hürden wieder in die Höhe wachsen lassen. Das ist schlecht für den Handel, aber viele Unternehmen haben sich damit arrangiert. Mittlerweile geht es vor allem um Fragen der Rechtssicherheit und Planbarkeit. Insbesondere für kleinere und mittelständige Unternehmen mit Partnern im Vereinigten Königreich ist die Verhandlungsstrategie der Regierung Johnson nur noch eine nervige Geduldsprobe“, so die Europaministerin weiter.

Lieferketten nachhaltiger ausbauen

„Viele hessische Unternehmen sind in ihrem Bereich Weltspitze. Darauf können wir stolz sein, weil es auch Ausdruck guter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ist. Aber, Deutschland ist ein vergleichsweise rohstoffarmes Land. Wir sind auf Rohstoffimporte angewiesen. Schon der sehr kurze Corona-bedingte Abriss der Lieferketten zu Beginn des Jahres hatte erhebliche Auswirkungen auf die Lieferfähigkeit zahlreicher Unternehmen. Das Thema Lieferkettengesetze müssen wir deshalb nicht im gegeneinander, sondern im Miteinander zwischen Wirtschaft und Gesellschaft diskutieren. Ein großer Teil der deutschen und europäischen Unternehmen nehmen ihre Verpflichtung bereits wahr und haben in den vergangenen Jahren Lieferketten nachhaltiger ausgebaut. Sowohl im Bereich des Umweltschutzes als auch im Bereich der Menschenrechte und Arbeitsbedingungen in den Ursprungsländern. Das lag vielfach schlicht am Kundendruck, zunehmend sind es aber auch Nachwuchsfragen in den Unternehmen. Nachwuchstalente erwarten von ihren künftigen Arbeitgebern sorgfältig geprüfte Lieferketten und Produktionen. Das gesellschaftliche Verantwortungsbewusstsein ist hier sehr stark ausgeprägt“, so die Europaministerin.

Die Europaministerin bedankte sich für den intensiven Austausch. „Ich bin immer wieder beeindruckt, wie sich starke Familienunternehmen im globalen Wettbewerb durchsetzen können. Sie sind innovativ und wertegetragen. Das macht nicht nur flexibel, auch auf unvorhergesehene Herausforderungen wie die COVID19-Pandemie zu reagieren, sondern Familienunternehmen sind auch besonders verantwortungsvoll im Umgang mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Soforthilfen des Landes und die Kurzarbeiterregelung haben dabei geholfen, diese Verantwortung wahrzunehmen. Innovation kommt nicht von ungefähr. Es ist das Ergebnis technischer Leidenschaft, von Kreativität und einer tiefen Verbundenheit der Belegschaft mit ihrem Unternehmen. Es ist deshalb wichtig, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihren Mitarbeiterstamm auch in Krisen an sich zu binden“, so die Europaministerin, die selbst über viele Jahre in der Unternehmensleitung des familiären Betriebes gearbeitet hat.

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