Gesundheit

Arzneimittelstrategie der Europäischen Kommission

„Maßnahmen in diesem Bereich haben eine direkte Auswirkung auf Hessen“, betont Sozialminister Klose.

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Eine Frau wird von einer Apothekenmitarbeiterin beraten
© Gewitterkind / Thinkstockphotos

Der hessische Sozial- und Integrationsminister Kai Klose begrüßt, dass die Europäische Kommission die Arzneimittelversorgung mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket verbessern möchte: „Ein wohnortnaher Zugang zu qualitativ hochwertiger medizinischer Gesundheitsversorgung ist ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge. Dazu gehört natürlich ebenfalls die Sicherstellung der Medikamentenversorgung in einer globalisierten Welt.“

Arzneimittelversorgung mit Maßnahmenpaket verbessern

Auch wenn die einzelnen vorgeschlagenen Maßnahmen noch ausführlich geprüft werden müssten, gehe die Kommission wichtige und richtige Fragen an. „Der Zugang zu erschwinglichen und hochwertigen Arzneimitteln ist eng verknüpft mit ihrer weltweiten Entwicklung und den internationalen Lieferketten. Schließlich legen viele Arzneimittel einen weiten Weg zurück, bevor sie in der örtlichen Apotheke ankommen. Daher haben Maßnahmen in diesem Bereich eine direkte Auswirkung auf uns in Hessen“, verdeutlicht der Minister den Zusammenhang der EU-Strategie mit der lokalen Gesundheitsversorgung. Positiv erachtet er, dass dabei das Thema nachhaltige Produktion und Nutzung von Arzneimitteln aufgegriffen werde. Gesunde Umwelt und gesundes Leben gingen Hand in Hand. Darüber hinaus könnten die EU-Pläne weiteres Potenzial für den Gesundheitsstandort Hessen bieten. Schließlich werde eine Stärkung der strategischen Autonomie Europas bei essentiellen Arzneimitteln angestrebt.

Initiative Gesundheitsindustrie Hessen

Konkret würde dies einen Ausbau von Entwicklung und Produktion innerhalb der EU bedeuten, von dem auch Hessen profitieren könnte. Bereits 2013 habe man als erstes Bundesland mit der Initiative Gesundheitsindustrie Hessen (IGH) eine Partnerschaft geschlossen, in der Politik, Gesundheitswirtschaft und -forschung erfolgreich zusammenarbeiten. Damit sei das Land gut aufgestellt. Die Strategie sei ein Impuls für die Debatte zur Zukunft der europäischen Arzneimittelversorgung und müsse in Europa, Bund und Land in einem intensiven Austausch aller Akteure aus der gesamten Bandbreite des Gesundheitswesens weiterentwickelt werden.

Für ihre erfolgreiche Umsetzung müssten auch die bisherigen und kommenden Erfahrungen aus der Corona-Pandemie ausgewertet und berücksichtigt werden: „Das Virus hat ein Schlaglicht darauf geworfen, welche Herausforderungen bei der Entwicklung und Versorgung mit Arzneimitteln bestehen. Wenn wir die Erkenntnisse aus der jetzigen Situation auch auf europäischer Ebene richtig nutzen, kann dadurch in den kommenden Jahren ein wichtiger Beitrag für eine gestärkte Gesundheitsversorgung und das Patientenwohl erfolgen“, so der Gesundheitsminister.

Hintergrundinformation

Mit der Mitteilung COM(2020) 761 präsentierte die Europäische Kommission am 25. November 2020 eine Strategie, mit der sie den Zugang zu erschwinglichen Arzneimitteln, die Entwicklung neuer Arzneimittel sowie die Themen Lieferketten und Wettbewerbsbedingungen in dem Sektor angehen möchte. Als besondere Herausforderungen werden darin die digitalen Gesundheitsdaten, die Nachhaltigkeit der Arzneimittelproduktion, die Förderung der strategischen Autonomie und diversifizierter Lieferketten sowie die Durchsetzung einheitlicher Wettbewerbsbedingungen für alle Anbieter auf dem EU-Markt adressiert. Erklärtes Ziel von Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides ist, die Abhängigkeit von Einfuhren aus Drittländern abzubauen. Zudem soll der Zugang zu neuen Medikamenten und Therapien verbessert werden. Durch die Vernetzung von Versorgung, Forschung und Wirtschaft strebt die Europäische Kommission an, Europa als Gesundheitsstandort in allen Bereichen zu stärken. 

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