Appell an Facebook

Antisemitismusbeauftragter unterstützt Social-Media-Kampagne der Claims-Conference

07.08.2020Hessische Staatskanzlei

„Wer Holocaust-Leugnern eine Plattform bietet, fördert den Antisemitismus“

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© inkje-photocase.de

Der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für das jüdische Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Uwe Becker, unterstützt die Social-Media-Kampagne der Claims Conference. Die Aktion wurde gemeinsam mit Überlebenden des Holocaust Ende Juli ins Leben gerufen, um gegen die Leugnung der Shoah auf Facebook und anderen sozialen Medien vorzugehen. „Es darf nicht sein, dass die Leugnung dieses so grausamen Menschheitsverbrechens von Verantwortlichen der Social Media Industrie als Dummheit oder Ignoranz abgetan wird. Wer so spricht, ist selbst ignorant. Hass und Hetze gegen jüdisches Leben dürfen in den sozialen Medien keinen Platz haben. Deshalb unterstütze ich die Kampagne der Claims-Conference gegenüber Facebook und Co. ausdrücklich“, erklärte Uwe Becker.

„Wer den Holocaust leugnet, macht dies bewusst.“

Die Claims Conference engagiert sich seit mehr als 60 Jahren dafür, den jüdischen Holocaust-Überlebenden ein Mindestmaß an Gerechtigkeit zu verschaffen und sie mit der bestmöglichen Betreuung im Alter zu versorgen. „Wenn Facebook-Chef Mark Zuckerberg ernsthaft behauptet, dass er nicht glaubt, dass Holocaust-Leugner mit Absicht etwas Falsches sagen, dann ist dies im besten Fall gefährlich naiv, es ist aber unverantwortlich und völlig inakzeptabel. Wer den Holocaust leugnet, macht dies bewusst. Die Holocaust-Leugnung ist eine Ausdrucksform des Judenhasses und viel zu oft schon haben Mörder wie in Halle oder der Attentäter der Tree-of-Life-Synagoge in Pittsburgh 2018 ihren Weg aus der virtuellen Welt in die reale Welt gewählt, um Menschen zu töten. Wer den Holocaust-Leugnern eine Plattform bietet, der fördert die Verbreitung von judenfeindlichem Hass und unterstützt so das Anwachsen des Antisemitismus“, so Uwe Becker weiter.

Am Donnerstag hatte die in Hessen lebende Zeitzeugin Eva Szepesi ihren eindrucksvollen Appell an Facebook gerichtet. „Wenn Facebook und Co. nicht endlich begreifen, dass sie eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft haben, dann müssen noch strengere Regelungen und Gesetze diese Lücke schließen. Ich unterstütze die Kampagne der Claims-Conference ausdrücklich und hoffe auf ein Einsehen von Zuckerberg und seinen Kolleginnen und Kollegen“, so der Antisemitismusbeauftrage Uwe Becker abschließend.

Hintergrund

Die Conference on Jewish Material Claims Against Germany, auch Claims Conference genannt, vertritt seit ihrer Gründung 1951 Entschädigungsansprüche jüdischer Opfer des Nationalsozialismus und Holocaust-Überlebender. Die Organisation hat ihren Sitz in New York City und unterhält u.a. in Frankfurt am Main eine Vertretung.

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