Kampf gegen Antisemitismus

Antisemitismusbeauftragter Becker fordert Indizierung von Höcke-Buch

02.03.2020Hessische Staatskanzlei

„Das Buch fördert den Rassismus und kann junge Menschen auf neo-faschistische Irrwege leiten“

Der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Uwe Becker, hat sich heute dafür ausgesprochen, das Buch „Nie zweimal in denselben Fluss“ von Björn Höcke als jugendgefährdend zu indizieren. In dem in Interviewform aufgemachten Buch formuliert der ehemalige hessische Lehrer und heutige Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzende seine Vorstellungen zur Zukunft Deutschlands.

„Dieses Buch diffamiert die freiheitlich demokratische Ordnung in unserem Land und atmet von der ersten bis zur letzten Seite den Faschismus aus. Es vermittelt auch durch seine hochgradig suggestive Interviewführung ein verächtlich gemachtes Bild unseres Landes, fördert den Rassismus und kann dadurch gerade junge Menschen verstören und sie auf neo-faschistische Irrwege leiten“, sagte Uwe Becker heute.

„Das Buch ist von völkischem und rassistischem Denken durchzogen"

„In seinem pseudointellektuell gehaltenen Buch formuliert Höcke klar faschistisches Gedankengut, relativiert dabei den Faschismus und strebt eine verfassungsfeindliche Politik an, die die ,Voraussetzungen für ein konsequentes Durchregieren‘ schaffen soll. Nach der von ihm erhofften politischen ,Wendephase‘ will er das Land mit ,wohltemperierter Grausamkeit‘ überziehen und kündigt ,moralische Spannungen‘ an, bei denen auch ,Volksteile verloren gehen, die zu schwach oder nicht willens‘ sind.  Die bestehenden demokratischen Strukturen unseres Landes werden als ,Machtkartell‘, ,abgewirtschaftete Eliten‘, ,Altparteienkartell‘ oder ,herrschende Obernichtse‘ diffamiert. Daraus wird das Ziel zur Beseitigung der ,Schutthalden der Moderne‘ und der sogenannten ,Rückeroberung‘ des Landes angestrebt. Diese Rückeroberung sieht Höcke mit einem ,Furor teutonicus, vor dem schon die Römer gezittert‘ hätten. Das Buch ist von völkischem und rassistischem Denken durchzogen und gehört auf keinen Fall in die Hände von jungen Menschen. Es ist jugendgefährdend“, so Becker weiter.

Wenn in Bezug auf die bei uns lebenden Migranten zudem von ,millionenfacher Invasion‘, dem ,Volkstod durch den Bevölkerungsaustausch‘ und der ,brutalen Verdrängung der Deutschen aus ihrem angestammten Siedlungsgebiet‘ als Teil der Politik der Bundesregierung fabuliert werde, seien dies genau jene Worte, die rechtsterroristischen Attentätern als geistige Anleitung zum bewaffneten Kampf dienten. „Es führt eine klare Spur von Worten zu Taten von Höcke über Halle nach Hanau“, erklärte Becker. Der Hessische Antisemitismusbeauftragte will nun an die zuständigen Stellen herantreten, um sich für eine notwendige Indizierung des Buches einzusetzen.

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