Konferenz

200. Klima-Kommune in Hessen unterzeichnet Klimaschutz-Charta

Umweltministerin Hinz: „Die Nachfrage ist so groß – wir schaffen es, auch noch die 423. Kommune in unser Bündnis der Klima-Kommunen aufzunehmen.“

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200. Klima-Kommunen in Hessen unterzeichnet Klimaschutz-Charta
© HMUKLV

Bei der heutigen Konferenz „Klima Kommunal“ in Frankfurt feiern die Klima-Kommunen in Hessen 10-jähriges Jubiläum. Passend dazu schließen sich drei weitere Kommunen (Nr. 199 Niedernhausen, Nr. 200 Schöffengrund und Nr. 201 Witzenhausen) dem Bündnis der Klima-Kommunen an und verpflichten sich zu ehrgeizigen Klimazielen.

Klimaschutz vor Ort bewegt viel

„Kommunen können beim Klimaschutz vor Ort richtig viel bewegen: Von der energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude, über Carsharing-Angebote für die Bürgerinnen und Bürger bis zum Austausch der Straßenlampen mit LED-Leuchten – es gibt jede Menge Möglichkeiten, CO2 einzusparen. Wir beraten die Kommunen dabei, stellen Aktionspläne mit ihnen gemeinsam auf und helfen bei der Finanzierung. Für Klima-Kommune lohnt sich Klimaschutz erst richtig, denn unsere neu angepasste Klimarichtlinie ermöglicht Zuschüsse bei Klima-Kommunen von bis zu 90 Prozent. Im Vergleich erhalten reguläre Kommunen Zuschüsse von bis zu 70 Prozent. Haus- und Hofbegrünung, Trinkbrunnennetze oder die Einrichtung von Verleihsystemen für Fahrräder und Lastenräder sind nur einige Beispiele der neuen Fördermöglichkeiten“, erläuterte Umweltministerin Hinz.

„Damit wir unsere Klimaziele erreichen können ist es wichtig, dass der Bund entsprechende Rahmenbedingungen setzt. In Hessen können wir vor allem auf kommunaler Ebene und auf Landesebene was erreichen. Wir haben in Hessen Einfluss auf rund 20 Prozent der CO2-Emissionen. Umso stärker müssen wir diesen Spielraum ausnutzen“, ergänzte die Ministerin.

Einsatz für das Klima

Mit der Unterzeichnung der Charta durch die Bürgermeister der Kommunen beginnt die gemeinsame Arbeit im Klimaschutz. „Die Klima-Kommunen bringen hiermit zum Ausdruck, dass sie sich von heute an für die Klimaneutralität in ihrer Kommune einsetzen und so zur Umsetzung der Klimaziele des Landes Hessen beitragen wollen. Ich finde es toll, dass sich so viele Kommunen engagieren und ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten“, betonte die Ministerin. „Die Nachfrage nach einer Mitgliedschaft im Bündnis der Klima-Kommunen –die übrigens kostenlos ist – steigt ständig. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch die 423. hessische Kommune von unserem Bündnis überzeugen werden.“

„So machen wir‘s“: 53 Beiträge beim Wettbewerb der hessischen Klima-Kommunen:

Auf der „Klima-Kommunal“ hat Umweltministerin Hinz außerdem die Preisträger des Wettbewerbs „So machen wir’s“ ausgezeichnet. Wettbewerbe helfen dabei, auf besonders gute Beispiele aufmerksam zu machen. So lernen die Mitglieder des Bündnisses voneinander. Unter dem Motto „So machen wir‘s“ konnten alle hessischen Klima-Kommunen ihre Projekte in den Kategorien „Klimaschutz“ und „Klimaanpassung“ einreichen. Zusätzlich wurden Preise in der Sonderkategorie „Klimabildung kommunal“ vergeben.

Die Sieger in der Kategorie Klimaschutz sind die Stadt Fulda für das „Geothermal gekühlte Rechenzentrum“, der Main-Taunus-Kreis für sein „Stromkreisbilanzmodell“ und die Wissenschaftsstadt Darmstadt für das „Mobilitätskonzept für die Lincoln-Siedlung. In der Kategorie Klimaanpassung wird die Stadt Lampertheim mit dem „Konzept zum Umgang mit Starkregenereignissen“ ausgezeichnet. Sonderpreise für eine herausragende Arbeit im Bereich Klimabildung erhalten der Landkreis Limburg-Weilburg für sein Projekt „Mehr Klimaschutz in der Bildung“ und die Gemeinde Ebersburg für das Projekt „Unsere Umwelt ist einfach wunderbar, wunderbar einfach lerne ich von ihr“.

Hintergrund

Seit zehn Jahren engagieren sich hessische Klima-Kommunen für Klimaschutz und Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Um ihre Nachhaltigkeitsstrategie auf eine möglichst breite Basis zu stellen, startete die Hessische Landesregierung 2009 das Projekt „Hessen aktiv: 100 Kommunen für den Klimaschutz“. Zweck dieses Projekts war es, mindestens 100 Städte und Gemeinden als aktive Partner zur Eindämmung des globalen Klimawandels zu gewinnen und ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Klimaschutz in hessischen Kommunen zu schaffen.

Als erste Kommune unterzeichnete am 17. August 2009 die Gemeinde Wildeck aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg die Klimaschutz-Charta. Rund ein Jahr später war die magische Zahl 100 erreicht, als die Stadt Wiesbaden sich dem Bündnis anschloss. Da noch viele weitere Kommunen dem guten Beispiel folgten (und noch immer folgen), wurde das Projekt im November 2016 umbenannt und als Bündnis verstetigt. Seitdem engagieren sich die Akteure in dem Netzwerk „Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen“. Auf der Agenda stehen neben der Senkung der CO2-Emissionen auch Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Im Rahmen der Konferenz wurde die Marke von 200 Kommunen erreicht.

Fachlich betreut wird das Bündnis von der Hessischen LandesEnergieAgentur (LEA). Dort ist die Fachstelle der Klima-Kommunen angesiedelt. Die Mitgliedskommunen erhalten vielfältige Unterstützungsangebote durch die LEA. Diese beinhalten themenspezifische fachliche Beratung (auch vor Ort), regionale Vernetzungstreffen und kostenlose Fachveranstaltungen, sowie die Unterstützung durch vorkonzipierte Maßnahmenpakete.

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