FAQ Luca-App

Hessen hat mit der Luca-App eine zentrale Lösung zur digitalen Nachverfolgung von Kontakten eingeführt. Sie ergänzt die Impf- und Teststrategie in Hessen bei der Bekämpfung der Pandemie sinnvoll. Damit werden Kontakte mit infizierten Personen datenschutzkonform identifiziert und Infektionsketten unterbrochen.

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Luca App
© Luca App

Die Erfassung von persönlichen Daten ist in der Corona-Pandemie verpflichtend für bestimmte Betriebe wie auch Veranstaltungsstätten und häufig Voraussetzung für deren Öffnung. Sie dient der Nachverfolgbarkeit von Kontaktpersonen im Fall eines positiven SARS-CoV-2-Falles. Digitale Kontaktnachverfolgungs-Apps wie Luca übernehmen und erleichtern diese Dokumentationspflicht und ergänzen sinnvoll die Impf- und Teststrategie in Hessen bei der Bekämpfung der Pandemie. Ziel der Apps ist es, fehleranfällige und möglicherweise unvollständige Papierlisten größtenteils zu ersetzen und Kontakte zu dokumentieren.

Warum müssen Kontakte nachverfolgt werden?

Die Kontaktnachverfolgung ist als notwendige Schutzmaßnahme zur Verhinderung der Ausbreitung des Corona-Virus im Infektionsschutzgesetzes des Bundes geregelt. Die Hessische Landesregierung hat - ebenso wie viele andere Bundesländer - beschlossen, eine zentrale Lösung zur digitalen Nachverfolgung von Kontakten einzuführen.

Die Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter ist das A und O bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Neben Impfungen und Tests ist sie das beste Mittel, um die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen. Hessen setzt daher auf den Dreiklang aus Impfen, Testen und Kontaktnachverfolgung.

Warum sollte ich eine App zur Kontaktnachverfolgung zu nutzen?

Nur wer weiß, dass er oder sie Kontakt mit Infizierten hatte und sich in Quarantäne begibt, kann helfen, die Infektionskette zu unterbrechen. Dadurch werden weitere Ansteckungen vermieden.

Daher ist es wichtig, dass möglichst viele Gastgeber, Gäste und Gesundheitsämter mitmachen. Das geht am einfachsten mit einer digitalen Anwendung zur Kontaktnachverfolgung.

Welchen Nutzen haben die Gesundheitsämter?

Aufgabe der Gesundheitsämter ist es, Infektionsketten nachzuvollziehen und wenn möglich zu unterbrechen. Dafür brauchen sie Informationen zu Kontaktpersonen Infizierter. Das Ausfüllen von Papierlisten kostet aber viel Zeit. Zudem können von Hand ausgefüllte Namensverzeichnisse unübersichtlich, unleserlich oder mit falschen bzw. fehlenden Angaben versehen sein. Das stellt die Gesundheitsämter vor große Herausforderungen. Digitale Kontaktnachverfolgungs-Apps bieten den Vorteil einer einheitlichen, verschlüsselten Übertragung der Daten an das zuständige Gesundheitsamt (Luca) oder einer schnellen Warnung vor Kontakten mit positiv getesteten Personen (Corona-Warn-App der Bundesregierung). Hessen hat sich für eine Anbindung aller 24 Gesundheitsämter an das Luca-System entschieden und entlastet diese damit erheblich. Es ist schneller, sicherer und somit deutlich effizienter.

Wie hilft die Luca-App bei der Kontaktnachverfolgung?

Das Luca-System bietet eine direkte Anbindung an die von den Gesundheitsämtern genutzten Fachanwendungen für die Nachverfolgung. Persönliche Daten der Nutzer sind für Gastgeber, wie z.B. Restaurantbetreiber oder Veranstalter, nicht einsehbar. Luca unterstützt die Nachverfolgung, indem positiv getestete Personen ihre Kontakthistorie für das Gesundheitsamt freigeben können. Umgekehrt können aber auch z.B. Geschäftsinhaber die Gästelisten freigeben, wenn dies zur Nachverfolgung erforderlich ist. Das System übermittelt diejenigen Kontaktpersonen, die im selben Zeitraum in der betreffenden „Location“ vor Ort waren. Der Vorteil: eine unübersichtliche Zettelwirtschaft wird verhindert, die Datenübermittlung an das Gesundheitsamt kann deutlich schneller erfolgen (quasi „auf Knopfdruck“) und die Nachverfolgbarkeit wird auch bei größere Menschenmengen erleichtert.

Gibt es das nicht längst schon?

Es gibt inzwischen zahlreiche Anwendungen. Eine anonyme App, wie beispielsweise die Corona-Warn-App kann aber keine Kontaktdaten erfassen und an das Gesundheitsamt übermitteln. Hier findet eine Warnung anhand von Bewegungsprofilen (Abstandsmessung zu infizierter Person) statt. Die Corona-Warn-App ist daher für eine anonyme Risikoeinschätzung und -warnung geeignet. Mit einer Nachverfolgungs-App wie Luca werden Kontaktdaten an die zuständigen Gesundheitsämter übermittelt. Daher ergänzen sich die Systeme an dieser Stelle sehr gut.

Kontaktnachverfolgung mit Luca – wie geht das?

App-Inhaber legen sich einmalig ein Profil auf ihrem Smartphone an und können sich dann mit einem minütlich ändernden QR-Code in allen teilnehmenden Geschäften, Restaurants oder bei Veranstaltern einscannen. Beim Verlassen des Ortes checkt die Person wieder aus. Sollte zur gleichen Zeit eine mit Corona infizierte Person in der Nähe gewesen sein, werden diese Informationen nach entsprechender Freigabe des Nutzers und der Location datenschutzkonform und verschlüsselt an das zuständige Gesundheitsamt übermittelt. Gehört eine Person zur Kontaktgruppe, wird sie vom Gesundheitsamt informiert. Das Gesundheitsamt prüft anhand weiterer Faktoren auch, ob z.B. eine Quarantäne verhängt werden muss, um weitere Ansteckungen zu verhindern.

Brauche ich ein Mobiltelefon, um die Luca-App zu nutzen?

Luca gibt es für iOS, Android und als Webapp. Wer kein Smartphone besitzt, kann sich auch ohne Smartphone einchecken, wenn er den Luca Schlüsselanhänger besitzt. Mit ihm kann ebenfalls schnell und sicher an allen Luca-Standorten eingecheckt werden. Auch das Ausfüllen herkömmlicher Papier-Listen ist weiterhin erlaubt. Informationen zum Schlüsselanhänger gibt es hier.

Für welche Einrichtungen/Betriebe ist Luca geeignet?

Luca eignet sich für alle Einrichtungen, die eine elektronische Kontaktnachverfolgung anbieten müssen oder auch möchten. Die App kann überall da eingesetzt werden, wo Menschen länger miteinander in einem Raum sind. Das gilt auch für Meetings in Unternehmen. Jeder Nutzer kann einen eigenen „Raum“ aufmachen. Um nur dort Kontaktlisten zu generieren, wo auch eine herkömmliche Nachverfolgung durch das Gesundheitsamt erfolgt, müssen einige Rahmenbedingungen vorliegen. Dies ist der Fall, wenn:

  • Kontakt von positiv getesteter Person und Kontaktperson für mehr als 10 min im selben Raum besteht
  • Kontakte in geschlossenen Räumen mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole stattfinden
  • Kontakte nicht durchgängig oder mit inkorrekt getragenen Mund-Nasen-Bedeckungen stattfinden
  • Abstände nicht oder nur zum Teil eingehalten werden können

Dies betrifft beispielsweise:

Sport in Innenräumen (Sporthallen, Yogastudios etc.) (durch sportliche Betätigung voraussichtlich erhöhte Aerosolkonzentration, ggf. fehlender Mindestabstand)
Friseursalons, Kosmetikstudios, Fußpflege (Unterschreiten des Mindestabstands von 1,5m)
Gastronomische Betriebe wie Gaststätten, Restaurants, Kantinen im Normalbetrieb (beim Essen/Trinken kein MNS), nicht jedoch bei Speisenabholung oder Außengastronomie, wenn die entsprechenden Abstandsregeln eingehalten werden
schwer zu überblickende Gruppensituationen (bei Veranstaltungen wie z.B. im Fußballstadion (Einlasssituation; Zuschauertribünen), Hallenbadbesuche)

Nicht sinnvoll ist eine Erfassung von Kontaktdaten beispielsweise bei:

Begegnungen in Innenräumen von Betrieben mit nur sehr kurzer Verweildauer (z.B. Bäckerei, Kiosk, Post, Apotheke, Testzentrum, Click & Collect-Terminen von Geschäften etc.)
Begegnungen, die in der Regel ausschließlich draußen stattfinden (z.B. Wochenmarkt, Sportliche Aktivitäten im Freien, Eisdiele etc.)

Wie steht es um den Datenschutz bei Luca?

Die Sicherheit der Daten hat oberste Priorität. Nach den vorliegenden Stellungnahmen der hessischen wie auch der überwiegenden Zahl anderer Landesdatenschutzbehörden erfüllt die Luca-App grundsätzlich die Anforderungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung. Damit ist eine Weiternutzung der Daten für kommerzielle Zwecke rechtlich ausgeschlossen. Der Anbieter gewährt in Zusammenarbeit mit der Bundesdruckerei einen hohen Sicherheitsstandard und eine dezentrale Verschlüsselung der Daten. Neben der Vorlage eines geprüften Sicherheitskonzeptes und einer Datenschutzfolgeabschätzung wurde seitens des Betreibers der Source Code des Luca-Systems mit allen Komponenten unter einer Open Source-Lizenz veröffentlicht. Diese gewährleistet eine Überprüfung des Systems durch unabhängige Stellen und somit größtmögliche Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger. Die geforderte Transparenz ist damit gegeben.

Muss ich mit Luca Angst um meine Daten haben?

Die Nutzung der App ist freiwillig. Infizierte Personen geben in der LUCA App mittels TAN ihre Historie selbst dem Gesundheitsamt frei. Nicht mal Luca selbst kann die Kontaktdaten lesen, weil sie verschlüsselt sind. Das ist einzig und allein den Gesundheitsämtern vorbehalten und gilt nur für den Infektionsfall.

Was, wenn ich eine andere App als Luca nutzen möchte?

Die Luca-App ist ein Angebot, das die Hessische Landesregierung allen hessischen Gesundheitsämtern, den Locations und den Bürgern zur Verfügung stellt. Der Einsatz eines einheitlichen Gateways zur Anbindung von Alternativlösungen wird derzeit intensiv geprüft. Dieses wird eine übergreifende Kommunikation und Vernetzung ermöglichen und bietet somit die Anbindung weiterer App-Lösungen. Das Ergebnis muss sein: Egal welche App ich nutze – das Gesundheitsamt muss schnell in die Lage versetzt werden, Infektionsketten zu unterbrechen.

Wird es eine Nutzungspflicht für Luca geben?

Die Nutzung der Luca-App ist freiwillig, genauso wie beispielsweise die Corona-Warn-App des Bundes. Auch die Kontaktdatenerhebung auf Papier ist weiterhin möglich. Es wird keine Pflicht für eine digitale Kontaktnachverfolgung geben.

Haben die Apps auch dann einen Nutzen, wenn viele Einsatzorte noch geschlossen sind?

In dem wir dafür sorgen, dass die Ansteckungsraten weiter sinken, sorgen wir gleichzeitig dafür, dass mehr Öffnungen möglich sind. Wir wollen erreichen, dass sich wieder mehr Menschen treffen dürfen, dass immer mehr Geschäfte, Restaurants und Veranstaltungsorte wieder öffnen können. Wichtig ist, dass die Gesundheitsämter auf diesem Weg bestmöglich unterstützt werden, zum Beispiel indem sie im Fall einer nachgewiesenen Infektion schnell an die Daten kommen. Die digitale Kontaktnachverfolgung hilft also nicht nur, Ansteckungen zu vermeiden, sondern sie kann auch dazu beitragen, dass wieder mehr Kontakte der Menschen untereinander möglich sind.

Worin besteht der Unterschied zwischen der Luca-App und der Corona-Warn-App des Bundes?

Das Wichtigste vorweg:

Die Corona-Warn-App des Bundes arbeitet vollständig anonym und erfasst, wenn sich Personen über eine relevante Zeit in räumlicher Nähe aufgehalten haben. Registriert eine infizierte Person einen positiven Test in der Corona-Warn-App, werden alle Kontaktpersonen ebenfalls anonym über die Risikobegegnung benachrichtigt und können eigenständig entsprechend reagieren. Es werden keine Kontaktdaten erfasst oder weitergegeben. Die Daten bleiben auch dann anonym, wenn man sich über die Corona-Warn-App an einem Ort registriert, weshalb keine Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter möglich ist.

Die Luca-App dient hingegen insbesondere der Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter und ersetzt die bisherige analoge Erfassung über Listen. Mit der Luca-App ist es möglich, alle Menschen zu erfassen, die sich zur gleichen Zeit an einem bestimmten Ort aufgehalten und dort digital eingecheckt haben. Die Gesundheitsämter können Betroffene so im Fall einer möglichen Ansteckung einfacher ermitteln und kontaktieren.

Im Einzelnen:

Die Corona-Warn-App (CWA) ist die offizielle App der deutschen Bundesregierung. Sie wurde von SAP in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom entwickelt.

Wer die CWA installiert hat, wird informiert, wenn ein mögliches Infektionsrisiko besteht. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein Nutzer/eine Nutzerin die Information über ein positives Testergebnis in der App eingibt und damit alle Personen vom System gewarnt werden können, die mit der positiv getesteten Person in einem definierten infektiologisch relevanten Zeitraum in Kontakt waren.

Eine positiv auf SARS-CoV2 getestete Person muss ihre Kontaktpersonen der vergangenen Tage mühsam nachvollziehen und dem Gesundheitsamt mitteilen, damit von dort die Nachverfolgung vorgenommen werden kann. Die App warnt den Anwender also über eine Begegnung mit einer infizierten Person lediglich und überlässt das weitere Handeln dem Anwender selbst. Dabei bleibt er anonym.

Bei Luca ist das anders. Hier besteht die Möglichkeit, dass neben den persönlichen Daten auch der konkrete Aufenthaltsort des Anwenders erfasst und zwischengespeichert wird, und zwar immer dann, wenn er oder sie mit dem von der App generierten Code entsprechend „eingecheckt“ war. Infizierte können mittels Luca ihre Kontakt-Historie an das Gesundheitsamt freigeben. Das zuständige Amt ist in der Lage, die Daten zu entschlüsseln und erhält so Informationen über die Aufenthaltsorte der letzten 14 Tage. Die Verantwortlichen vor Ort, an denen die infizierte Person eingecheckt war, werden vom Gesundheitsamt aufgefordert, die Daten weiterer, zum gleichen Zeitpunkt eingecheckter Personen, freizugeben. Mit den übermittelten Angaben können die Gesundheitsämter schnell Quarantäne- oder weitere Maßnahmen anordnen, indem sie direkten Kontakt zu den betroffenen Personen aufnehmen. Die personenbezogenen Daten sind bei rechtskonformer Anwendung für Außenstehende nicht lesbar. Luca wurde von einem privatwirtschaftlichen Unternehmen entwickelt, der Berliner culture4life GmbH.

Inzwischen bietet auch die CWA das Erstellen und Erfassen von QR-Codes an. Die beiden Apps sind dennoch nicht vergleichbar, da mit der Bundes-App weiterhin keine personenbezogenen Daten erfasst und im Infektionsfall an das Gesundheitsamt übermittelt werden können. Die Apps ergänzen sich aber sehr gut. Es steht jeder Bürgerin und jedem Bürger frei, die eine oder die andere Möglichkeit zu nutzen. Beide, wie inzwischen einige weitere Apps, verfolgen das Ziel, im Falle einer Begegnung mit einem SARS-Cov-2-positiv getesteten Menschen die Infektionskette zu unterbrechen und sich und andere vor Ansteckungen zu schützen.

 

Weitere Informationen:

Informationen des Anbieters der Luca-App finden Sie hier. und Informationen der Bundesregierung zur Corona-Warn-App finden Sie hier.

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