70 Jahre Hessen

1995 bis 2004

Main
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Der Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt seit 2015.
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Am 1. Juni 1998 wurde die Europäische Zentralbank (EZB) gegründet. Sie hat seitdem ihren Hauptsitz in Frankfurt am Main. Die Institution ist Kern des schon 1992 in Maastricht beschlossenen Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) und arbeitet hierzu mit den Zentralbanken aller Mitgliedstaaten zusammen. Vorrangiges Ziel von EZB und ESZB ist die Preisstabilität im Euroraum. Die EZB war auch federführend, als am 1. Januar 2002 in zwölf europäischen Ländern der Euro eingeführt wurde. Die gemeinsame Währung ist heute Zahlungsmittel in 19 europäischen Ländern.

Nach der Landtagswahl 1999 und dem Ende der Regierung von Ministerpräsident Hans Eichel übernahm Roland Koch das Amt des Hessischen Ministerpräsidenten und regierte mit einer Koalition aus CDU und FDP. Schwerpunkte der Regierungsarbeit waren die Bereiche Bildung, Verkehrsinfrastruktur, innere Sicherheit und Verwaltungsreformen.

Blick in die Geschichte: Point Alpha wird Gedenkstätte

An kaum einem Ort sind die deutsche Teilung und der Kalte Krieg so unmittelbar erfahrbar, wie in der Gedenkstätte Point Alpha, die im Jahr 2000 eingeweiht wurde. Der historische US-Beobachtungsstützpunkt ist heute Erinnerungsort an die Zeit, als durch das sogenannte „Fulda Gap“ die Grenze durch das geteilte Deutschland verlief und sich Nato und Warschauer Pakt unmittelbar gegenüberstanden. An diesem westlichsten Punkt des Warschauer Pakts war Point Alpha bis 1989 einer der wichtigsten amerikanischen Beobachtungsposten und gibt seit dem Jahr 2000 einmalige Einblicke in die Geschichte des geteilten Deutschlands.

Am 21. Januar 2002 unterzeichneten die Hessische Landesregierung und die Präsidenten der zwölf hessischen Hochschulen den ersten Hochschulpakt. In dieser „Rahmenzielvereinbarung zur Sicherung der Leistungskraft der Hochschulen“ sicherte die Landesregierung den Hochschulen zu, die Erfüllung ihrer Aufgaben abzusichern und ihre Leistungskraft im nationalen und internationalen Wettbewerb zu stärken. Gleichzeitig werden mit dieser seinerzeit in Deutschland einmaligen Vereinbarung Leistungen und Pflichten von Land und Hochschulen spezifiziert. Der erste Hochschulpakt lief bis ins Jahr 2005 und wurde im „Hochschulpakt 2006-2010“ weitergeführt. Die inzwischen dritte Folgevereinbarung wurde im Februar 2015 unterzeichnet und sichert den 13 hessischen Hochschulen bis 2020 insgesamt 9 Milliarden Euro zu.

Seit Juni 2002 ist die „Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal“ wegen ihrer Vielfalt und einzigartigen Schönheit anerkannte Weltkulturerbestätte der UNESCO. Der Durchbruch des Rheins durch das rheinische Schiefergebirge ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern bietet mit seinen vielen Burgen und Ortschaften unzählige Zeugnisse der bewegten Geschichte im Herzen Deutschlands und Europas. Künstler aus aller Welt hat das Mittelrheintal inspiriert und lockt auch heute noch viele internationale Besucher an.