70 Jahre Hessen

1975 bis 1984

Das berühmte Urpferdchen aus der Grube Messel
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Noch heute finden Forscher Fossilien wie das berühmte Urpferdchen in den feinen Ablagerungen des Öl-Schiefers.
© Grube Messel

Im Juni des Jahres 1975 erhielt das Forschungsinstitut Senckenberg der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft als erste nichtstaatliche Institution die Erlaubnis, in der Grube Messel bei Darmstadt Grabungen zu unternehmen. Schon zehn Jahre zuvor hatten das Hessische Landesmuseum und die Technische Hochschule Darmstadt damit begonnen, die rund 50 Millionen Jahre alten Fossilien in der Fundstätte freizulegen und zu erforschen. In den folgenden Jahren sollte die Grube als Mülldeponie genutzt werden. Nach mehreren Jahren Rechtsstreit gaben das Hessische Umweltministerium und der Zweckverband Abfallbeseitigung Südhessen die Pläne auch aus Kostengründen auf. Seitdem wurden in dem Ölschiefergestein spektakuläre Zeugnisse des Aufstiegs der Säugetiere nach dem Aussterben der Dinosaurier vor 49 Millionen Jahren gefunden. Die UNESCO nahm die weltweit einmalige Fossillagerstätte im Dezember 1995 als erstes deutsches Naturdenkmal in die Liste des Weltnaturerbes auf. 
Nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Albert Osswald wurde Holger Börner 1976 dessen Nachfolger. Im Jahr 1978 wurde er bei der Landtagswahl in seinem Amt bestätigt.

US-Bundesstaat Wisconsin wird erste hessische Partnerregion

Mit Wisconsin knüpfte Hessen am 20. September 1976 seine erste regionale Partnerschaft. Der US-amerikanische Bundesstaat im Mittleren Westen ist knapp siebenmal so groß wie Hessen und die Heimat von etwa 5,7 Millionen Menschen. Hessen kooperiert bis heute mit Wisconsin in einer Vielzahl von Projekten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Förderung von Städte- und Schulpartnerschaften sowie ein Hochschul-Austauschprogramm. Auch kulturelle und wirtschaftliche Kooperationen verbinden Hessen und Wisconsin. Regelmäßige politische Begegnungen festigen die Partnerschaft, wie zuletzt der Besuch von Gouverneur Scott Walker im April 2015 in Wiesbaden.

Heute hat Hessen noch fünf weitere Partnerregionen in der ganzen Welt. So unterhält das Land seit 1991 eine Partnerschaft mit Jaroslawl in der Russischen Föderation und seit 1992 mit der italienischen Region Emilia-Romagna. Im November 1995 kam die südfranzösische Aquitaine hinzu und im Jahr 2000 die polnische Woiwodschaft Wielkopolska. Die jüngste Partnerschaft Hessens besteht seit 2010 mit der türkischen Provinz Bursa
Der Frankfurt-Marathon wird im Jahr 1981 zum ersten Mal ausgetragen. Er ist damit der älteste City-Marathon Deutschlands. 2.588 Läuferinnen und Läufer beendeten den ersten Lauf durch die Mainmetropole, 2014 waren es bereits über 11.000 „Finisher“.

In neuem Glanz: Wiedereröffnung der Alten Oper in Frankfurt

Die Alte Oper in Frankfurt ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Das Opernhaus, das am 20. Oktober 1880 eingeweiht wurde, war bei den Luftangriffen der Alliierten 1944 zerstört worden. Gegen die ursprünglichen Pläne, das historische Gebäude durch einen modernen Verwaltungsbau zu ersetzen, formierte sich eine Bürgerinitiative, die Spenden für den Wiederaufbau sammelte. Innerhalb von nur zwei Jahren kamen so sieben Millionen D-Mark für die Erhaltung und die Sanierung der Ruine zusammen. Im August 1981 wurde das restaurierte Gebäude wiedereröffnet, das seitdem als Veranstaltungsstätte für Konzerte und Kongresse dient. 
Bei der Landtagswahl am 26. September 1982 gelingt der Partei die Grünen mit einem Ergebnis von 8 Prozent erstmals der Einzug in den Landtag. Die Partei mit dem Themenschwerpunkt Umwelt und Naturschutz gewann damit neun der insgesamt 110 Landtagsmandate. Ihre Vorgängerparteien Grüne Liste Hessen und Grüne Aktion Zukunft waren zuvor an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.