Europastaatssekretärin Nicola Beer bedauert die Schließung des Institut Français in Frankfurt

03.08.2009 - Pressemitteilung

„Die Ankündigung, das Institut zu schließen, bedauere ich sehr. Das Institut Français in Frankfurt ist ein sehr wichtiger Eckpfeiler zur Pflege der deutsch-französischen Freundschaft. Mit seinen kulturellen Initiativen und der Bibliothek war stets ein einfacher Zugang zur Kultur unseres wichtigsten Partnerlandes gegeben. Ich hoffe sehr, dass die französische Regierung ihre Entscheidung noch einmal überdenken wird und eine für Frankfurt und das Land Hessen so wichtige Kulturrepräsentanz erhalten bleibt“, erklärte die Staatssekretärin im Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, Nicola Beer.

Die Staatssekretärin verwies darauf, dass sie bereits persönlich Gespräche zur Auslotung von Lösungsmöglichkeiten geführt habe und, dass auch Ministerpräsident Koch und der Präsident der hessischen Partnerregion Aquitaine, Alain Rousset, sich erst vor kurzem schriftlich an den französischen Außenminister Kouchner gewandt hätten. „Beide haben die Entscheidung der französischen Regierung bedauert und gleichzeitig ihre Unterstützung bei der Gewährleistung einer kulturellen Vertretung Frankreichs in Frankfurt angeboten.“

Zugleich begrüße sie zwar die geplante Umsiedlung der wissenschaftlichen Einrichtung „Institut français d’histoire“ von der Universität Göttingen an die Universität in Frankfurt, diese stelle aber nach Meinung der Staatssekretärin keinen ausreichenden Ersatz für das Institut Français dar. Von der Forschungsgruppe seien keine für die Allgemeinheit bestimmten Kulturinitiativen zu erwarten. Auch handele es sich hierbei um eine eher akademische Einrichtung, die kaum die Wahrnehmbarkeit und Zugänglichkeit für eine breite Öffentlichkeit gewährleisten könne.

Gerade Frankfurt sei, so die Staatssekretärin, eine sehr internationale Stadt mit Bürgerinnen und Bürgern aus mehr als 170 Ländern, deren Anteil betrage fast 30 Prozent der Frankfurter Bevölkerung, und zudem Standort zahlreicher internationaler Organisationen, wie zum Beispiel der Europäischen Zentralbank. Andere Länder, wie etwa Spanien mit dem „Instituto Cervantes“, bauten deswegen ihre kulturelle Präsenz in Frankfurt massiv aus. Daher verwundere es sehr, wenn Frankreich jetzt nicht mehr durch eine breitenwirksame, eigene Kulturinstitution vertreten sei. Hessen wäre nach der Schließung das einzige deutsche Bundesland, in dem keine Kulturvertretung Frankreichs vor Ort ansässig wäre.

„Gerade angesichts des von Deutschland und Frankreich erklärten politischen Willens, die Partnersprache zu stärken, wäre hier der Erhalt einer Struktur wichtig, die niedrigschwellige Angebote macht. So müsse es möglich sein, dass auch zukünftig jeder – von Kindergartengruppen über Schulklassen bis hin zur allgemeinen Öffentlichkeit – an Angeboten über Kultur, Sprache und Gesellschaft Frankreichs teilnehmen kann“, so die Staatssekretärin. Sie verwies weiterhin darauf, dass Hessen in den letzten Jahren erfolgreiche Anstrengungen unternommen habe, um die Partnersprache Französisch zu stärken. So stehe Hessen mittlerweile auf dem dritten Platz innerhalb der deutschen Länder bezüglich der Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die Französisch lernen. Die hessische Landesregierung setze sich auch weiter dafür ein, dass den hessischen Bürgerinnen und Bürgern eine allgemein zugängliche und zentrale Anlaufstelle zur Information über die französische Kultur und Sprache erhalten bleibe.  


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